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Besonders arg wird der dreizehnjährige Erich St., der Sohn eines Wirtes von aufregenden Geschichten ergriffen. Ich hatte Gelegenheit, mit ihm längere Zeit in Fühlung zu bleiben und wurde allmählich sein „Vertrauter”. Zwanglose Aussprachen, Mitteilungen, Briefe und Fragen gewährten mir Einblick in sein Innenleben und zeigten mir manches, das mir gerade im Anschluß an unser Thema1 der Veröffentlichung wert zu sein scheint.
Hier sein Aufsatz: Wenn ich daheim sitze und irgendeine Räuhergeschichte lese, so fange ich immer an, mit dem ganzen Körper herumzufuchteln, aber dabei werde ich so aufgeregt, daß ich dabei ganz dumm und stumm dasitze, als wäre ich ein Irrsinniger von Steinhaus (gemeint ist die Wiener Heil- und Pflegeanstalt für Geistesund Nervenkranke Am Steinhof). Wenn mich unter der Zeit jemand fragt, so schaue ich ihn ganz dumm an. So einige Geschichten sind z. B.: „Ali Baba und die vierzig Räuber”, „Eine Nacht auf dem Walfisch”, „Die Todeskarawane”, „Die Propellerinsel”, „Zwanzigtausend Meilen unter dem Meere” — oder wenn von uns jemand etwas erzählt, z. B. von einem Mord oder einer Esplosion oder einem Einbruch oder irgend etwas recht Aufregendes oder ein schreckliches Abenteuer oder zauberhafte Geschichten.
Obwohl ihn schon früher die Leidensgeschichte des armen Zwerges Nase mächtig ergriff, will er die in seinem Aufsatz geschilderten Erregungszustände erst seit zwei Jahren kennen. Sie wurden durch die überaus anschaulichen Erzählungen seines Vaters ausgelöst, der gerne selbstgesehene Kriegsgreuel den Gästen zum besten gab, ohne auf Erich Rücksicht zu nehmen, und stellten sich dann auch bei aufregenden Filmen („Ben Hur”, „Die Nibelungen”, „Seeräuber”) und bei der Lektüre ein. Aus gelesenen Büchern schrieb Erich aufregende Stellen in ein Heft ab und versah sie mit Anmerkungen. Erst viel später gelangte ich in den Besitz seiner Aufzeichnungen; Erich übergab mir Bruchstücke seines Exzerptheftes. Die Überschriften und beigefügten Anmerkungen sind darin mit roter Ti