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Die vorliegende Arbeit bringt eine acht Monate lange Behandlung eines Kindes zur Darstellung, das wegen Stehlens zu mir gebracht wurde. Die Pflegeeltern des Kindes, durch sein Verhalten und ihre Unfähigkeit, es zu beeinflussen, mutlos geworden, waren nahe daran, das Kind einer Besserungsanstalt zu übergeben. Sie entschlossen sich aber, dem Kinde die Behandlung bei mir noch als letzte Chance zuteil werden zu lassen, erhofften sich aber nicht viel davon.
Peter1 wurde mir durch seine Pflegemutter, Frau Trojan1, gebracht. Er war zu diesem Zeitpunkt achtdreiviertel Jahre alt, war ein hübscher aufgeweckter Junge, körperlich und geistig gut entwickelt.
Frau Trojan sagte, er stehle schon seit längerer Zeit. Anfangs sah sie es als gewöhnliche Unart an; als er größer wurde, war sein Stehlen doch zu einer ernsten Angelegenheit geworden. Sie beklagte sich auch über seine mangelnde Wahrheitsliebe. Der Schulerfolg war gut, die Klasse, in der er war, entsprach seinem Alter, er lernte gut und wies keinerlei Besonderheiten im Benehmen auf.
Peter war ein uneheliches Kind, seine Mutter war Hausgehilfin1, sein Vater Kutscher1. Der Vater war seit dem Krieg meist arbeitslos. Er trug niemals etwas zur Erhaltung des Kindes bei und zeigte nicht das geringste Interesse für ihn. Wenige Wochen nach seiner Geburt gab Peters Mutter das Kind in die Kost zu einer alten Frau, der sie dafür einen minimalen Betrag zahlte. Die Frau und ihr Heim standen auf tiefster Stufe. Auch die Mutter zeigte kein Interesse für das Kind und stellte schließlich auch die Zahlungen ein. Die alte Frau wandte sich hierauf an die Fürsorgestelle.
Gerade zu jener Zeit suchte das kinderlose Ehepaar Trojan ein Kind, um es zu adoptieren. Durch die Schwester des Herrn Trojan, eine Fürsorgerin, lernten sie Peter kennen und beschlossen, ihn zu sich zu nehmen. Zu dieser Zeit war er zwei Jahre alt. Obwohl er aufgeweckt und lebhaft war, konnte er noch nicht sprechen und war in keiner Weise erzogen. Er war scheu und sehr schreckhaft. Fra