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In außerordentlich anschaulicher Weise setzt Zulliger der Lehrerschaft aus einander, wie es einem Lehrer geht, der vom Drange nach besserem Verständnis für die seelischen Vorgänge seiner Schüler getrieben, sich in der modernen Psychologie nach Brauchbarem umsieht. Ein solcher Lehrer werde bald erkennen, daß nur Individualpsychologie und Psychoanalyse in Frage kommen, er werde aber zunächst dazu neigen, die Lehre Adlers vorzuziehen, da sie all das vermeidet, was dem „gesunden Menschenverstand” an der Psychoanalyse so anstößig erscheine. An dem konkreten Fall eines Lehrers, der mit einer schwierigen Schülerin nicht fertig wurde, sich der Individualpsychologie zuwandte und mit ihrer Hilfe eine Besserung erzielte, dann aber an dem Kind eine schwere Rezidive erleben mußte, um schließlich zu erkennen. daß und wie die Psychoanalyse dort mit ihrer eigentlichen Forschung und daher auch mit ihrer praktischen Wirksamkeit beginne, wo die Individualpsychologie aufhöre, wird allgemeinverständlich gezeigt, was die Psychoanalyse ist und vermag, und warum hier nicht der „gesunde Menschenverstand” das letzte Wort zu sprechen hat. Das gelingt ganz besonders eindrucksvoll, weil sich die Diebstähle des betreffenden Mäd chens als genaue Wiederholung eines ersten, in sexuellen Konflikten der frühen Kind heit begangenen Diebstahls herausstellen.
O. Fenichel, Berlin