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Die Erziehungsberatung beschäftigt sich heute fast ausschließlich damit an Erzieh er und Eltern Anweisungen darüber zu erteilen, was mit Zöglingen anormaler oder schwieriger Art anzufangen sei. Der Berater sieht sich in den meisten Fällen vor die nicht ganz leichte Aufgabe gestellt, innerhalb kurzer Zeit Wesentliches über die Fundierung der Eigenart und des Charakters eines Kindes zu erfahren, um darauf gestützt zu erkennen, worauf eine fehlerhafte Äußerung oder Entwicklung beruht, und wie sie zu beheben ist.
Für die Untersuchung werden allerlei Methoden verwendet, die sich gegenseitig ergänzen. Ein Hilfsmittel, das viel zu wenig bekannt ist, bedeutet das von Dr. med. Hermann Rorschach1 auf empirischer Grundlage ausgearbeitete Testverfahren2. „Durch Zusammenstellung von Durschnittsbefunden als intelligent (und als normal) bekannter Personen oder bestimmter klinisch bekannter pathologischer Fälle ergab sich aus den Rorschachschen Untersuchungen rein empirisch, wodurch sich die Wahrnehmung und Auffassung dieser Personen im Versuch auszeichnete, und es konnten dann später umgekehrt von Unbekannten, mit denen der Versuch gemacht wurde, sehr differenzierte Intelligenz-, Charakter- und Talentdiagnosen bzw. genaue klinische Diagnosen pathologischer Fülle gemacht werden, was z. B. in zweifelhaften Grenzfällen, wie bei der Frage ob Schizophrenie oder Neurose, von Wichtigkeit sein konnte” — so faßt Dr. med. Hans Behn-Eschenburg die Verwendbarkeit des Rorschach-Tests zusammen3.
Der leider viel zu früh verstorbene Dr. H. Rorschach hat seine Arbeit in