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Der Vergleich einer psychoanalytischen mit einer anderen Erziehungsberatungsstelle scheint vorerst zugunsten der letzteren auszufallen, was die Raschheit und Sicherheit des Beratens, die Anzahl der angewandten Untersuchungsmethoden und die Berücksichtigung der körperlichen Erscheinungen betrifft. Der Unorientierte will es anfangs gar nicht glauben, daß mindestens ein Arzt, meistens mehrere der psychoanalytischen Erziehungsberatung zugezogen werden. Sie legitimieren sich nicht als solche durch ein Abzeichen (etwa einen weißen Mantel), noch führen sie öfter als unbedingt notwendig körperliche Untersuchungen durch, sie sehen ihre Aufgabe mehr darin, den zu Untersuchenden gleich an die richtige Stelle zur Spezialuntersuchung zu dirigieren und dem nicht ärztlichen Berater behilflich zu sein, den erhobenen ärztlichen Befund mit den anderen Befunden in Übereinstimmung zu bringen.
In anderen Beratungsstellen bildet die körperliche Untersuchung den Ausgangs- oder Mittelpunkt der Erhebung und manche Berater wollen auch heute noch keinen anderen als einen somatischen Befund zur Grundlage der Erklärung einer Erziehungsschwierigkeit machen. Dabei werden bedeutsame und interessante Gebiete medizinischer Forschung, wie etwa die Untersuchungen Kretschmers über „Körperbau und Charakter’ oder die Endokrinologie (Lehre von den Drüsen mit innerer Sekretion) oft voreilig in die Überlegungen des Beraters einbezogen, was dann die psychischen und Milieubefunde zu solchen zweiten Ranges stempelt und der Behandlung einen falschen Weg weist. Wenn es sich hier auch nur um unvermeidliche Modeerscheinungen in der als Wissenschaft jungen Heilpädagogik handelt, so müssen sie umso aufmerksamer verfolgt werden, weil sie sich als deutliche Schwierigkeit bei der Beeinflussung von Eltern und Erziehern in unseren Beratungen bemerkbar machen. Diese schließen sich der medizinischsomatisch orientierten Denkrichtung nur zu gern an, denn sie erspart ihnen die oft peinliche Nötigung, die eigene Beteiligung an