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Für die Praxis der Erziehungsberatung ist eine genaue Kenntnis von der Art der Übertragung wichtig, die von den Eltern auf den Erziehungsberater gemacht wird. Von gleicher Notwendigkeit wäre übrigens auch die Untersuchung des zwischen Eltern und Lehrern, bzw. anderen Erziehungspersonen bestehenden Übertragungsverhältnisses. Zum Erziehungsberater besteht meist eine viel günstigere Einstellung als zu dem wertenden und Noten gebenden Lehrer, so daß die Beeinflussungsmöglichkeit für den Erziehungsberater schon von vornherein größer ist. Ebenso wichtig wie die Kenntnis der Übertragung ist aber auch die Kenntnis der Widerstände, die die Eltern der Erziehungsberatung im allgemeinen und dem einzelnen Erziehungsberater persönlich entgegenbringen. Eine gedeihliche Beratung verlangt, daß beide Arten des Widerstandes so wie in der Analyse ständig im Auge behalten und überwunden werden, was allerdings in der Erziehungsberatung oft viel schwerer ist als in der Analyse.
Für die Erziehungsberatung besteht eine ähnliche Lage wie für die Kinderanalyse. Auch bei ihr steht der Berater nicht bloß dem Kinde gegenüber, er muß als einen sehr wichtigen Faktor für seine Arbeit die Eltern des Kindes in Betracht ziehen. Die Schwierigkeiten, die sich für die Kinderanalyse aus den Übertragungsverhältnissen und den Widerständen der Eltern ergeben, hat kürzlich Dorothy Burlingham in einer Abhandlung „Kinderanalyse und Mutter” besprochen1. Sie gelten in ähnlicher Weise auch für die Erziehungsberatung. Ich möchte die Widerstände der Eltern, die für die Erziehungsberatung in Betracht kommen, in drei Gruppen teilen: a) in solche, die sich aus dem Übertragungsverhältnis zum Berater ergeben, b) in solche, die auftreten, sobald der Berater durch seine Anordnungen libidinöse Befriedigungen stört, die die Eltern aus ihrem Verbalten zu den Kindern genießen, c) solche, die aus dem Narzißmus der Eltern entspringen. Besonders einer dieser aus dem Narzißmus stammenden Widerstände bildet das Thema dieser Arbeit.
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