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Die richtige Benennung eines Wissenschaftsgebietes ist nicht leicht. Was wir für eine bescheidene terminologische Frage halten, birgt oft tiefgreifende prinzipielle und methodische Probleme. Besonders deutlich zeigt sich dies dann, wenn es sich um ein praktisch gerichtetes Wissenschaftsgebiet handelt, dessen Fragenkreise nicht nur von den engeren Fachleuten erörtert werden, sondern an dem auch die breitere Öffentlichkeit interessiert ist. Die Schwierigkeit, die in solchen Fällen entsteht, liegt vorwiegend darin, daß sich die Aufgaben eines solchen Wissenschaftsgebietes längst so sehr erweitert haben, daß sich die jetzt vorherrschende Arbeitsweise von dem, was für die Benennung seinerzeit ausschlaggebend war, wesentlich unterscheidet, während die Öffentlichkeit noch zähe an den mit der alten Bezeichnung verbundenen Vorstellungsweisen festhält. Der Name Psychoanalyse selbst ist dafür ein deutliches Beispiel, doch auch der Begriff „Erziehungsberatung” scheint dieses Schicksal zu teilen. Die Erweiterung, die der Aufgabenkreis des Erziehungs-beraters bei gleichbleibendem Namen mitgemacht hat, läßt sich in drei Etappen schildern.
Der Name haftet an der sinnfälligsten dieser Aufgaben, nämlich am Erteilen von Ratschlägen an die mit der Erziehung des Kindes betrauten Personen. Was dabei als Beratung bezeichnet werden kann, geschieht in zweierlei Richtung: Der unmittelbare Sinn, der sich mit diesem Ausdruck verbindet, ist der eines Helfens für das Erziehen durch allgemeine Ratschläge, durch das Mitteilen gewisser Regeln, die für die Behandlung von Kindern als richtunggebend gelten. Doch selbst wenn wir zugeben, daß allgemeine Verhaltensweisungen solcher Art gelegentlich nicht nutzlos sind, ist man sich heute wohl darüber einig, daß die viel wichtigere Aufgabe in der individuellen Beratung zu suchen ist. Sie allein könnte die wünschenswerte Ergänzung zu all den belehrenden Vorträgen und Aufsätzen über Erziehungsfragen bilden, die der Laienwelt seit Jahren geboten werden, ohne d