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Die Herausgeber des Ärztlichen Volksbuches, MENG u. FEDERN, lassen das 160. Tausend dieser Broschüre in neuer erweiterter Auflage im Hippokrates-Verlag, Stuttgart, erscheinen. Die neue Bearbeitung zeichnen Kinderarzt Doktor KNAPP, Stuttgart und Dr. MENG, Frankfurt a. M.
Zur Begründung der empfohlenen Hygiene wurden Belehrungen über die Psychologie des Säuglings eingefügt. Wir entnehmen der populären Schrift einige Stellen:
Diese Vorsorge wird leicht übertrieben. Das Kind berührt selbstverständlich im Laufe der Frühentwicklung alle Körperteile, um sie kennen zu lernen, so auch die Sehamteile. Die Leidenschaft eines pedantischen Erziehers, dies zu verhüten, kann das kleine, in seiner triebhaften Unschuld unbekümmerte Wesen auf die Scham erst recht und im Übermaß aufmerksam machen; schon früh reagiert das Kind auf diese Abwehr des Erziehers damit, daß es zeitlich geheim und im Schlaf das tut, was im Wachen verwehrt ist. Störungen der Entwicklung, im Charakter, auch im Verhältnis zu den Eltern und später zur Gesellschaft können aus einem falschen, unkindlichen Sittenwächtertum in der ersten und späteren Kindheit entstehen. Ablenken und Fröhlichkeit, nicht Abschrecken durch Strafen, nicht einmal durch strenges Gesicht und böse Stimme sind am Platze, andererseits wieder auch kein Scherz oder Schmeichelton. Das schlechteste Mittel für die Säuglings- und Kindererziehung ist stets die Ängstigung, besonders schädlich aber wird sie in Verbindung mit der unreifen Geschlechtlichkeit. Das Kleine ist schnell geängstigt. Man bedenke, daß das Kind das Vorgehen nicht begreifen kann. Je jünger ein Wesen ist, desto tiefer wird es gestört und umso weiter breitet sich eine Störung in der Persönlichkeit aus. Das ganze Verhalten und die Gesundheit leiden dadurch, weil durch solch falsches Vorgehen die Grundlage der Entwicklung zum sichern, frohen und klaren Menschen — nämlich das einheitliche Vertrauen zur Mutter — „in der Wiege” erschüttert w