You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Die Verfasserin will zu den „gewöhnlich zur Überwindung der Schwererziehbarkeit angewandten besonderen Maßnahmen”, unter die sie auch die Psychoanalyse rechnet, eine neue Methode hinzufügen, die sie die „sonderpädagogische” nennt. Diese Methode wird an einem Fall — einem 19jährigen Mädchen mit Verwahrlosungserscheinungen, darunter besonders Diebereien und Verlogenheit — demonstriert; die eigentliche Behandlung, welche nur kurz dargestellt wird, beruht auf der „Gestaltung des äußeren Lebenskreises”, in der „Gestaltung des inneren Lebenskreises” und in einer sonderpädagogischen Einzelbeeinflussung, die hauptsächlich in einer Aussprache mit dem Zögling besteht. Die Verfasserin meint, daß sie sich dabei einer analytischen Methode bedient, doch will sie diese selbst zum Unterschied von der Psychoanalyse als psychagogisch aufgefaßt sehen. Vom Standpunkt der Psychoanalyse kann der berichtete Erfolg, der übrigens nur acht Monate zurückliegt, bloß als „Übertragungserfolg” gewertet werden, nicht als eigentliche Heilung, die angewandten Mittel sind im Grunde nichts anderes als was die Verfasserin selbst „gesteigerte allgemeinpädagogische Einzelbeeinflussung” nennt. Psychoanalyse und Adlers Individualpsychologie wird als einseitig abgelehnt, die Psychoanalyse außerdem für das schwererziehbare Kind für bedenklich, wenn nicht gefährlich gehalten. Dr. Hans Schikola, Wien.