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Die Wahrnehmungen, die ich mitteile und die mich zu Überlegungen über die Art des Lernens bei verschiedenen Kindern veranlaßten, sind an der Wiener Montessori-Volksschulklasse, die von 32 Kindern von sechs bis acht Jahren besucht wird, gemacht worden.
Der Begriff der „sensitiven Perioden”, den Montessori von der Naturwissenschaft auf die Erziehung überträgt und dessen Berücksichtigung ein Kernstück ihrer Pädagogik bildet, führt dahin, daß es für die Montessori-Lehrerin eine Selbstverständlichkeit ist, Tätigkeitsabläufe beim Kind nicht zu stören; auch nicht, wenn ein Kind tage- und wochenlang sich mit einem Sach-Gebiet beschäftigt (auf diesem Gebiet Fortschritte macht) und während dieser Zeit alles andere bei Seite läßt. Auf diese Weise kommt das äußere Bild einer Montessoriklasse zustande, welches dadurch charakterisiert ist, daß sich die einzelnen Kinder in verschiedener Intensität mit verschiedenartigen Arbeiten beschäftigen Der psychoanalytisch geschulte Lehrer wird diese Tatsachen auch noch von einer anderen Seite ansehen: Er wird sich fragen, warum sich ein Kind gerade mit dem einen Gebiet beschäftigt, und wird sein Verhalten modifizieren, wenn ihm ein Verharren des Kindes in einer bestimmten Tätigkeit Bedenken macht
Ich möchte versuchen, die Kinder der Klasse nach ihrer Art zu lernen in Gruppen zu teilen. Es ergibt sich fast ein Drittel der Klasse als teils allgemein gestört, teils lerngehemmt oder schlecht begabt, zwei Drittel könnte man als „normal” bezeichnen. Die Normalen unterscheiden sich noch recht wesentlich unter einander. So gibt es eine kleine Gruppe, die man die „Arbeitsfanatiker” nennen könnte, die auf ein Ziel gerichtet sind und dabei auf jedem Gebiet sehr gute Leistungen zeigen, und eine kleine Gruppe, die meine Aufmerksamkeit in hohem Grad auf sich lenkte, weil ihre Arbeitsweise im Gegensatz zu den herkömmlichen Theorien die Art zu lernen und sich Kenntnisse einzuprägen steht. Drei Kinder meiner Klasse, die ich dieser Gruppe zuzähle, haben, so ve