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Die kleine Hedi kam als Dreieinhalbjährige in unser Kinderhaus. Sie stammt aus wohlhabendem Milieu, der Vater ist ein höherer Beamter und die Mutter versorgt mit einem Mädchen den Haushalt, Hedi ist das einzige Kind, wird von den Eltern sehr geliebt und behütet. Körperlich ist sie sehr gut entwickelt und kräftig, Kinderkrankheiten hat sie noch nicht mitgemacht. Hedi war noch nie in einem Heim oder Kindergarten untergebracht, sie war immer zu Hause und hatte ein Kindermädchen. Die Sommermonate verbrachte die Mutter mit ihr auf dem Lande. Als Hedi zu uns kam, fiel ihr die Trennung vom häuslichen Milieu sehr schwer, sie gewöhnte sich nur langsam in die Kindergemeinschaft ein, weinte viel und nichts konnte ihr Interesse erwecken. Nachdem sie einen Monat bei uns war, fuhr sie mit der Mutter aufs Land und blieb einige Wochen weg. Nach der Rückkehr traten die gleichen Schwierigkeiten bei der Eingewöhnung auf, doch wurden diese von dem Kinde bedeutend leichter und rascher überwunden. Auffällig war ihre große Ungeschicklichkeit und die Abneigung gegen jede selbständige Arbeit. Sollte Hedi sich die Schuhe aufmachen, verknüpfte sie die Schuhbänder so, daß selbst ein Erwachsener die Knoten schwer lösen konnte. Nichts wollte die Kleine beim An- und Auskleiden allein machen, während es die anderen Kinder doch so begrüßen, daß man im „Kinderhaus” alles „allein” machen darf und daß die Größeren den Kleineren helfen dürfen. Hedi wollte aber nur von Erwachsenen angezogen werden. Wenn dies nicht sofort geschah, weinte und schrie sie ganz arg, wie ein kleines, zorniges Kind. Nach einigen Wochen begann Hedi sehr auffällig zu onanieren. Morgens, wenn sie in die Garderobe kam, setzte sie sich noch im Mantel auf ein Stockerl und preßte ununterbrochen die Schenkel zusammen. Zu dieser Zeit verlangte sie keine Hilfe, es war ihr ganz gleich, wie lange man sie im Mantel sitzen ließ. War sie dann im Spielsaal, konnte man sie mit Arbeiten, die mit viel Bewegung verbunden waren, leicht ablenken. Z