You do not currently have permission to view the full text for this document. Please sign in to an account with an active subscription or contact support.
Durch die Auswertung von 130 Antworten auf einem vom Verfasser ausgearbeiteten Fragebogen möchte H. dem katholischen Religionslehrer helfen, sich besser in die Mädchenpsyche, insbesondere in die Welt religiösen Lebens während der Reifejahre „einfühlen” zu können. An Hand des vorliegenden Materials von Antworten bemüht er sich, „in das Verständnis des religiösen Lebens der Schülerinnen höherer Lehranstalten, seiner Eigenart, seiner Bedürfnisse, seiner Nöte, seiner Forderungen in der Zeit der Reife einzudringen, um so vom Verstehen der jugendlich-weiblichen Psyche her die religiöse Erziehungsarbeit zu erleichtern und zu befruchten”. Die von dem Fragebogen erfaßten Persönlichkeiten haben zum Teil schon seit zehn Jahren die Schule hinter sich. Es handelt sich also bei den Antworten um reines Erinnerungsmaterial, das sicherlich manche anregenden Hinweise für den Religionspädagogen enthält. Nur wird man ein derartiges Erinnerungsmaterial kaum als unmittelbare Widerspiegelung seelischer Inhalte der Reifejahre auswerten dürfen. Zudem sind die der Untersuchung zugrunde gelegten Fragen so unpräzise gestellt, berücksichtigen so wenig die ungeheuere Differenziertheit den Vorstellungsinhalte und Erlebnisweisen des Einzelmenschen, die sich hinter scheinbar gleichlautenden allgemeingebrauchten Begriffen verbergen, daß die Antworten kaum irgendwelche tieferen Einsichten in die eigentlichen Inhalte und Wurzeln der Probleme, Konflikte und „Krisen” des religiösen Lebens der weiblichen Jugend zu vermitteln vermögen. Auch beim besten Wollen läßt sich heutzutage kein tieferfühlendes psychologisches Verstehen auch nur einer Seite des Seelenlebens — auch nicht des religiösen Lehens — finden und vermitteln ohne ernsthafte Berücksichtigung psychoanalytischer Erkenntnisse. Alle psychologischen