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Schon früher haben Vertreter anderer Bekenntnisse den Versuch unternommen, die Ergebnisse der Psychoanalyse für die religiöse Erziehung und den religiösen Unterricht nutzbar zu machen. Hier soll nun gelegentlich einer Jahresversammlung jüdischer Lehrer eine unorientierte Hörerschaft mit der Psychoanalyse bekannt gemacht werden. Man hat den Eindruck, daß dem Vortragenden sein Unternehmen gelingt. Er stützt sich dabei auf die Erfahrungen, die er vor sechs Jahren im gleichen Kreise mit einem Vortrag über „Väter und Söhne” gemacht hat. Diesmal wird die Dynamik des Seelischen (Triebe und Triebschicksale) und die Struktur der Persönlichkeit (Es—Ich—Über-Ich) behandelt; freilich muß dabei manches schematisch und skizzenhaft wirken. V. verlangt, daß der Lehrer soviel von den Neurosen des Kindes weiß, daß er dort Neurosen erkennen kann, wo der Durchschnittsmensch Faulheit, Dummheit, Frechheit u. a. sieht. Mit der Psychoanalyse neurotischer Kinder (Therapie) hat der Lehrer und Erzieher nichts zu tun. Die Individual-Psychologie Alfred Adlers wird in ihrer Bedeutung gewürdigt, aber als einseitig bezeichnet. In einem Literaturhinweis wird die analytische Literatur, soweit sie für den Erzieher zur ersten Einführung wichtig ist, empfohlen.
Hoffer