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Die Erziehung hat es mit dem Bewußtsein und der äußeren Welt zu tun, die Psychoanalyse mit der unbewußten und innerlichen psychischen Welt. Um die sehr sorgfältige und spezialisierte Technik der Psychoanalyse zu verstehen, muß man die Intensität des Kampfes, den das kleine Kind gegen die Angst führt, und das Gefühl der aggressiven Gefahr begreifen, welche es nicht nur den Widerständen der äußeren Autorität, sondern auch seinen inneren Kontrollkräften zuschreibt. Keine Untersuchungsmethode, die auf den bewußten Geist gerichtet ist. kann diese Sachlage fundamental beeinflussen, weil eine Kluft zwischen gefühlsmäßiger Furcht und der Wirklichkeit besteht, wie leicht im Fall eines „grundlos” geängstigten Kindes bewiesen wird. Der Erzieher schützt sich und seinen Schüler so gut wie möglich vor störenden Affekten, während der Analytiker sie absichtlich herbeiführt, da nur wenn das Kind aus eigener Erfahrung ihre Gefahrlosigkeit und alle Angriffsfaktoren genau kennt, diese Kluft überbrückt werden kann. — Die betrachteten Ansichten einer Gruppe von Psychoanalytikern und Erziehern deuten an, daß die Erfahrung in der Psychoanalyse von weit größerem Wert für die Erzieher ist als eine bloße Kenntnis ihrer Theorie, welche in gewissen Fällen sogar nachteilig sein kann. Aber diese Erfahrung einer tiefen und gründlichen Psychoanalyse würde zu keiner Verschmelzung der Rollen des Psychoanalytikers und des Erziehers führen, welche getrennt bleiben müssen. Ein geordnetes Studium der Psychoanalyse kann jedoch eine wissenschaftliche Basis für einige Gegebenheiten bieten, die für die Erziehung wichtig sind.
Autoreferat