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Wenn Dr. Bernfeld in der vorstehenden Arbeit einzelne Gebiete aus der Psychologie des Kleinkindes näher ausgeführt hat ohne gleichzeitig eine Gebrauchsanweisung für die Verwertung dieser Kenntnisse in der Pädagogik zu bieten, so hat er sich darauf verlassen, daß die Erzieher der letzten Jahrzehnte auch ohne solchen augenblicklichen Gewinn ihr Interesse immer wieder bereitwillig den neuen psychologischen Richtungen zugewendet haben. Sie hoffen früher oder später mit Hilfe solcher psychologischer Kenntnisse doch einen Ausweg aus ihrer schwierigen Situation, aus der pädagogischen Notlage zu finden.
Wir kennen alle die schwere Lage des Erziehers. Man hört und liest zwar immer wieder, daß den Erziehern eine der wichtigsten Arbeiten im Gemeinschaftsleben der Menschen übertragen ist, daß sie das wertvollste Material, über das die Gesellschaft verfügt, in die Hände bekommen, daß sie über das Schicksal der kommenden Generation entscheiden usw. In der Wirklichkeit ist aber von einer solch hohen Einschätzung der erzieherischen Arbeit und der Erzieherpersonen selbst sehr wenig zu bemerken. Weder sind die Erzieher finanziell ebensogut gestellt, wie etwa die Personen, die über die Ausgrabung von Kohlen aus Bergwerken oder über die Verwaltung von großen Geldmitteln zu entscheiden haben. Sozial müssen sie ständig um die Achtung der Mitmenschen, um die Anerkennung von Seiten der Behörden und der Eltern kämpfen. Und obwohl heute viele Menschen daran glauben, daß die Erziehung umso wichtiger ist, je jünger das Kind ist, so ist es in der Wirklichkeit doch so, daß der Erzieher umso höher eingeschätzt wird, je älter sein Zögling ist. Vergleichen wir etwa die Achtung, die man einem Mittelschullehrer entgegenbringt, mit der Einschätzung, die eine Kindergärtnerin genießt. Etwas an dieser Rechnung stimmt also nicht vollkommen. Was wir in der Realität finden, hat aber gewöhnlich seine Berechtigung. Die geringe Einschätzung des Erziehers kommt wohl daher, daß er wirklich gar kein selbständiger