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Theo wurde mit dreidreiviertel Jahren zu uns ins Kinderhaus gebracht. Er ist das einzige Kind eines Arztes, die Eltern leben getrennt. Theo wohnt mit einer Erzieherin beim Vater und kommt nur sehr selten zur Mutter. Er wurde am ersten Tag von der Erzieherin zu uns gebracht, ging ohne ein Wort zu sagen in die Garderobe, fing aber sofort zu weinen an, faßte mich an der Hand und zog mich fortwährend nach der Türe und schrie dabei: „Tante Berti.” Ich versuchte ihn zu trösten, wollte ihn auf Dinge der Umgebung aufmerksam machen, wie Lichtschalter, Wasserleitung usw. Es sind dies Dinge, die den meisten Kindern über ihren ersten Schmerz hinweghelfen, die ihnen Gelegenheit zu erwünschter und verblüffender Tätigkeit bieten. Bei Theo nützte alles nichts. Als ich ihm sagte, in einem Zimmer könne man doch nicht so schreien, weinte er etwas leiser und rief fortwährend mit gefalteten Händen: „Bitte geh mit mir zu Tante Berti!” An diesem Tag lehnte er beide Mahlzeiten, (Frühstück und Mittagessen) ab. Den ganzen Vormittag hörte er nicht auf zu weinen und zu bitten. Erst als ich ihm mittags seine Überkleider anzog, beruhigte er sich etwas und zeigte ein wenig Interesse für die Umgebung. Beim Weggehen wollte ich ihm die Hand reichen, was Theo entschieden ablehnte. Am zweiten Tag war sein Benehmen anfangs gleich dem am vorigen Tag, nur schrie und weinte er noch viel heftige). Als sich die Kinder zum Mittagstisch setzten, und damit die Bewegung und der Lärm im Raum aufhörten, wurde Theo ganz ruhig, ging im Raum herum, berührte einige Gegenstände, ging zum Fenster, dann zur Wasserleitung, drehte sie einige Male auf und zu und war dabei sehr interessiert. An diesem Tag gab er mir zum Abschied die Hand.
Den nächsten Tag ging Theo gar nicht zur Türe herein, erst nach längerem Bemühen gelang es seiner Erzieherin ihn bei einem anderen Eingang ins Kinderbaus hineinzubringen. Doch blieb er dort im Windfang sitzen und hielt die Hand seiner Erzieherin ganz fest; als er mich sah, schrie