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Bevor ich mit der Darstellung der Behandlung eines kleinen, zweijährigen Knaben, der wegen chronischer Stuhlverstopfung zu mir gebracht wurde, beginne, möchte ich ein Problem, das sich mir während der Behandlung dieses Falles aufdrängte, kurz formulieren.
Ich legte mir im Verlaufe dieser Behandlung die Frage vor, ob und inwieweit sich die in ihr angewandte Technik von der einer typischen Kinderanalyse unterscheidet. Anna Freud sagt in ihrer Arbeit „Zur Theorie der Kinderanalyse” (Int. Zeitschr. für PsA, Bd. XIV, S. 160): „Zur Kinderanalyse müssen wir alle jene Fälle rechnen, bei denen das Über-Ich noch keine rechte Selbständigkeit erlangt hat, noch allzu deutlich seinen Auftraggebern, den Eltern und Erziehungspersonen zuliebe arbeitet und in seinen Forderungen alle Schwankungen des Verhältnisses zu diesen geliebten Personen wie auch alle Veränderungen in deren eigenen Ansichten mitmacht. Auch hier arbeiten wir wie in der Erwachsenenanalyse rein analytisch, soweit es sich darum handelt, schon verdrängte Teile des Es und des Ichs aus dem Unbewußten zu befreien. Die Arbeit am kindlichen Über-Ich aber ist eine doppelte: Analytisch in der historischen Zerlegung von innen her, soweit das Über-Ich schon Selbständigkeit erlangt hat, aber außerdem erzieherisch beeinflußt von außen her durch Veränderungen im Verhältnis zu den Erzieherpersonen, durch die Schaffung neuer Eindrücke und durch die Revision der Anforderungen, die von der Außenwelt an das Kind gestellt werden.” Wenn mein kleiner Patient Georg auch täglich für eine Stunde zu mir gebracht wurde, wenn er auch verstand, daß dies zur Behandlung und Behebung eines bestimmten Symptoms geschah und damit die äußeren Bedingungen für eine Kinderanalyse gegeben schienen, so wies doch der Verlauf dieser Behandlung verschiedene Abschnitte auf, während deren es fraglich erscheinen konnte, ob die Bezeichnung „Kinderanalyse” im Sinne der Begriffsbestimmung Anna Freuds berechtigt sei. Nach beendigter Darstellung des Falles und seiner