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Die Psychoanalyse hat gezeigt, daß die erste Beziehung des Säuglings der Mutterbrust gilt und daß diese Beziehung, sowie sein Verhältnis zum Essen für sein gesamtes Verhalten zur Umwelt bedeutungsvoll ist. Eine geisteskranke Patientin sagt: „Eigentlich ist alles, Lesen, ins Theater gehen, einen Besuch machen, so wie das Essen. Erst erwartet man viel, dann wird man enttäuscht. Komme ich zur Analyse, so esse ich Ihre Möbel, Ihre Kleider, Ihre Worte. Sie essen meine Worte, meine Kleider, mein Geld. Wenn man arbeitet, wird man vom Arbeitgeber aufgegessen. Aber man ißt zugleich selbst. Einen Moment bin ich sehr hungrig, dann kann ich wieder nichts essen.”
Eßstörungen sind für Störungen der Objekts- und Realitätsbeziehung pathognostisch. Die kleine Beryl1), die an einer schweren Eßhemmung litt, war auch sonst ganz wünsch- und affektlos, sprach zu niemandem außer ihrer engsten Familie und lebte bloß in einer Phantasiewelt. Im gleichen Maße, wie sie Appetit zu zeigen begann, fing sie auch an in normaler Weise Interessen und Wünschen zu äußern. Bei der dreieinhalbjährigen debilen Edna1) lag eine fast völlige Hemmung der Identifizierungsfähigkeit und des intellektuellen Erfassens vor. Sie litt an schweren Eßstörungen und hatte schon als Säugling in abnormer Weise vermieden, Dinge in den Mund zu stecken oder zu beißen. Als sie im Verlauf der Analyse dies allmählich nachzuholen und mit Lust und Gier zu essen begann, fing sie auch an, sich intellektuell normal zu entwickeln.
Die Funktionen der Sinnesorgane werden in den Dienst des Selbsterhaltungstriebes und von (modifizierten oder unmodifizierten) libidinösen Triebzielen gestellt. Überdies wird das Aufnehmen mittels der Sinnesorgane, sowie das intellektuelle Erfassen der oralen Einverleibung gleichgesetzt und Affekte von Gier, Lust, Angst, Hemmung usw. vom Essen auf diese übertragen. (Vgl. die Ausdrücke ‚Schönheitstrunken’, ‚Augenweide’, ‚Ohrenschmaus’ usw.) Triebhafte Konflikte können demzufolge