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Die Analyse der kleinen Hilde, die ich im folgenden wiedergebe, ist leider unvollendet geblieben. Das Bruchstück der Arbeit ihr erwirbt aber durch die gelungene Symptomheilung vielleicht trotzdem Anspruch auf ein gewisses Interesse.
Hilde kam mit zwölf Jahren zu mir: ein für ihr Alter ungewöhnlich großes, entwickelt und erwachsen aussehendes Kind. Sie war hübsch und auffallend, ihr Benehmen abwechselnd geniert und dreist Die Vorgeschichte, die ich von der Mutter erfuhr, war traurig, zum dritten Jahr war das Kind angeblich gesund und völlig sauber gewöhnt. Damals weilte die Familie in Jugoslavien bei der Großmutter. Die Eltern waren genötigt für einige Zeit zu verreisen und ließen das kleine Mädchen in Obhut der Großmutter. Als sie zurückkehrten hatte die Kleine inzwischen eine rätselhafte und schwere Erkrankung durchgemacht. Niemand wußte, was es war, noch wie entstand. Sie hatte sehr viel und heftig erbrechen müssen und angeblich auch gefiebert. Seit dieser Krankheit bestand Bettnässen und zwar jede Nacht ohne Ausnahme. Von der energischen und besorgten Mutter wurde alles versucht. Strenge und Milde, Schläge und Versprechungen, alles umsonst. Nach Wien zurückgekehrt wanderte sie mit der Kleinen von Arzt zu Arzt. Alle Hatschläge wurden ohne Ausnahme befolgt. Alle Arten von Diäten wurden eingehalten, nur minimale Quantitäten Flüssigkeit genommen, sie mußte Monate schwer unter Durst leiden. Schlafmittel und Narkotika, eiskalte Bäder, Drohungen, wieder Schläge, und Versprechungen. Als alles nichts half, wurde das Kind mit neun Jahren in eine Bettnässeranstalt aufgenommen. Wieder ähnliche Prozeduren, wieder Durst und Diät und jeden Abend wurde überdies angeblich das Genitale mit Chlorätyl vereist. Das Kind blieb zwei Monate in der Anstalt ohne den geringsten Erfolg. Der Chefarzt erklärte schließlich, hier sei nichts zu machen, es bestehe Hoffnung, daß das Symptom mit Eintritt der Menses schwinden werde, wenn auch das nicht der Fall sei, könne vielleicht eine Operation ve