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Unter obigem Titel veröffentlicht Verf. eine ausführliche Studie, die in der neugegründeten „Zeitschrift für Kinderpsychiatrie — Journal dt Psychiatrie infantile” nachgelesen werden kann. Mit Rücksicht auf die Arbeiten von K. Levy, A. Angel und B. Bornstein im vorliegenden Heft unserer Zeitschrift veröffentlichen wir auszugsweise die Studie H. Christoffels.
„Wiewohl der Enuresis geheißene Symptomenkomplex ein ärztliches Alltagsproblem ist, kann nicht behauptet werden, daß es gelöst sei. Und wenn der Versuch einer Klarstellung gewagt werden soll, so zeigt sich die Notwendigkeit einesteils auf vernachlässigte Einzelheiten des unmittelbaren Tatbestandes einzugehen, andernteils die Enuresis in größerm Rahmen als üblich zu betrachten. Die Psychologie ist bei solcher Betrachtung ebenso wichtig wie die Physiologie. Nur im Verein beider Methoden können Lebensvorgänge erforscht werden; wenn ich also von Psychophysiologie oder Physiopsychologic spreche, so meine ich Biologie. Die vorliegende Untersuchung beschäftigt sich mit der Biologie der Miktion (Harnentleerung) und ist zentriert um deren Enuresis geheißene Störung. Enuresis ist eine psychogene Miktionsstörung, eine somatische Dysergie bei körperlicher Integrität.” — „Zwar hat die somatische Mythologie mit ihren lokalistischen Deutungen und dementsprechenden Eingriffen allmählich mehr psychischer Auffassung bei maßgebenden Autoren weichen müssen. Doch sind die psychologischen Ansätze zum Verständnis der Enuresis meistenteils dürftig. Der Nur-Somatismus ist noch lange nicht erledigt. Vom Cerebrum bis zum Praeputium pflegt jede Verursachung für die Enuresis in Betracht gezogen zu werden, eine Ganzheitsbetrachtung, oder auch nur die Ansätze dazu, aber zu fehlen.”
Im ersten Teil beschäftigt sich nun der Autor mit den Zusammenhängen von körperlichen Erkrankungen und Störungen der Miktion (Harnlassen); es wird vorwiegend der Zusammenhang von Bewußtheitszustand und Verhalten