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Im November 1933 wurde in Prag auf Initiative einiger Kindergärtnerinnen unter der Leitung von Steff Bornstein ein psychoanalytisch-pädagogisches Seminar begonnen, an dem auch eine größere Anzahl von Ärzten und Ärztinnen teilnahm. Die Teilnehmerzahl wuchs im Laufe der zwei Semester von 20 auf 40, ein Zeichen für das große Bedürfnis nach Erweiterung analytischer Kenntnisse, das unter den Prager Pädagogen und Eltern besteht. Die Sitzungen fanden einmal wöchentlich statt. Das Ziel der Arbeitsgemeinschaft bestand darin, analytisch Interessierten, aber nicht Vorgebildeten, die Grundlagen der analytischen Kinderpsychologie an praktischen Fällen zu vermitteln. Meistens berichteten Kindergärtnerinnen oder Mütter über Schwierigkeiten, die ihnen ein Kind bereitete. Es gelang der Leiterin, die Teilnehmer zur offenen Aussprache zu ermutigen und sie einerseits zum wirklichen Verständnis, andererseits zur Überzeugung von der Anwendbarkeit der Analyse für die praktische Pädagogik zu bringen1).
Am ausführlichsten kamen die Schwierigkeiten der Kinder im dritten Jahr zur Darstellung. Es wurde über den Trotz des Kleinkindes diskutiert und im Anschluß daran wurde die anal-sadistische Triebentwicklung und die Probleme der Reinlichkeitserziehung erörtert. Fälle von Fragezwang führten zur gründlichen Aussprache über sexuelle Aufklärung. Es wurde an Beispielen das frühkindliche Zwangssymptom und Zeremoniell erörtert und der Mechanismus des neurotischen Symptoms geklärt. Außerdem wurde über die kindliche Onanie, über Eßschwierigkeiten, über nächtliche Ängste, über Nägelknabbern, über Märchen und anderes diskutiert. — Im zweiten Semester wurden mehrere Abende folgenden Themen gewidmet: Probleme der Pubertät, Homosexualität, Probleme der Gemeinschaftsbildung, das Unbewußte des Erziehers in der Erziehung.
Da eine Gruppe das Bedürfnis nach Erweiterung ihrer theoretischen Erkenntnisse äußerte, bildete sich ein Kreis von zehn Teilnehmern, der in 18 Kursstunden die „Drei Abhandlungen zur Sexualtheor