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In dieser neuen Zeitschrift wird der Versuch unternommen, eine Kinderpsychiatrie von Psychiatrie und Pädiatrie abzugrenzen. Dieses Unternehmen hat wohl alle Aussicht auf Erfolg, es ist ein Ergebnis der entwicklungspsychologischen Richtung in der modernen Psychiatrie, aus wissenschaftlichen und humanen Gründen begrüßenswert. Ein programmatischer Entwurf des. Herausgebers, M. Tramer, skizziert die K. Ps. (Kinderpsychiatrie) und rechtfertigt ihre Sonderstellung in der Medizin wie folgt: 1. durch die Besonderheit der für Kindheit und Jugend spezifischen psychiatrischen Untersuchungsmethoden, 2. durch die Strukturdifferenzen der kindlichen Neurosen, Psychopathien und Psychosen gegenüber denen der Erwachsenen, 3. durch die Modifikationen der Therapie und schließlich 4. durch die Besonderheit der Prognosenstellung, welche nach Tramer „Entwicklungsprognostik” sein muß. Die weitere Entwicklung wird zeigen, ob die Abgrenzung einer K. Ps. von Pädiatrie und Psychiatrie tatsächlich ein fruchtbares Arbeitsgebiet für ärztliche Forschung und Praxis schaffen wird, wie Herausgeber und Mitarbeiter erwarten. Es darf wohl nicht übersehen werden, daß die Kinderpsychiatrie Anleihen bei der Heilpädagogik und Fürsorgeerziehung wird aufnehmen müssen; beide Disziplinen reichen mit einem Sektor in die K. Ps. hinein, sie decken sich aber keineswegs mit praktisch-medizinischer Tätigkeit. Es ist zu hoffen, daß die fruchtbare Arbeitsgemeinschaft zwischen Medizin und Heilpädagogik durch die K. Ps. eher gestärkt als geschwächt werde. Da die K. Ps. die kindlichen Neurosen, Charakterschwierigkeiten, leichtere Formen der Psychopathien, die milieubedingten Verwahrlosungen und Pubertätskonflikte in ihre wissenschaftliche und praktische Arbeit einbeziehen will, wird sie die Auseinandersetzung mit der Kinder- und Verwahrlostenanalyse nicht umgehen können. Die Psychoanalyse ist ja von den ersten Anfängen an Psychopathologie des Kindesalters gewesen, sie verfügt über ein Erfahrungsmaterial, dem keine Psychol