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Eine von vielen Kindern geplagte Mutter pflegt (lie Fragen ihrer Kinder, warum dies oder jenes geschehe, mit der Antwort abzutun: „Die Mutter weiß schon, was sie tut.” So erwehrt sie sich der Fragen, aber in Wirklichkeit könnte sie kaum eine Erklärung für manche ihrer Erziehungshandlungen geben. Denn sie unterliegt den eigenen Kindern gegenüber leichter als erwachsenen Personen gegenüber den Tendenzen ihres Unbewußten.
Und so geht es nicht nur der Frau, die sich wenig für die innere Entwicklung ihrer eigenen Kinder interessiert, nicht nur der überreizten oder an Stimmungsschwankungen leidenden Mutter, dem überarbeiteten Vater, sondern auch den gesunden, klar denkenden, auf ihre Kinder gut eingestellten Eltern; so geht es nicht nur dem nicht-analysierten Erzieher, sondern auch Menschen, die in der eigenen Analyse eine größere Vertrautheit mit ihrem Unbewußten erworben haben. Solche Beobachtungen und Erfahrungen aus Analysen von Pädagogen lehren milde über die Eltern denken, wenn sie in der Erziehung der Kinder Fehler machen; und es ist eine Binsenwahrheit, daß es viel leichter ist fremde Kinder richtig zu beurteilen als eigene objektiv zu sehen.
Daß Kinder, vor allem eigene Kinder, so leicht unser Unbewußtes herauslocken, scheint daher zu kommen: ein großer Teil von Vorstellungen, die nicht bis zu unserem Bewußtsein vorzudringen pflegen, stammt aus unseren Kinderjahren und unseren Kindheitserlebnissen, die vergessen sind. Werden wir nun durch Kinder an unsere eigene Kindheit erinnert, so leben jene verdrängten Erlebnisse von neuem auf. Werden sie nicht bewußt, und das gelingt selten außerhalb der Analyse, so leben sie sich unkontrolliert an den Kindern aus, in den Maßnahmen, die wir ihnen gegenüber ergreifen. Es gibt da