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Man hat selbst in Analysen von Kindern selten Gelegenheit, etwas über die allerersten Anfänge von Objektbeziehung, Identifizierung, über das erste Schuldgefühl und die Ansätze der Über-Ich-Bildung zu erfahren. So ist jede Kinderbeobachtung, die zu diesem großen Problemenkreis ein Stückchen Aufklärung bringt, der Mitteilung wert.
Ich hatte Gelegenheit die Entwicklung eines zwanzig Monate alten kleinen Mädchens zu verfolgen. Diese Kleine ist ein lebhaftes, aufgewecktes Kind, besitzt zur Zeit der Beobachtung einen ausreichenden Sprachschatz, ihre Gedanken der Umwelt richtig mitzuteilen; sie macht in der Erziehung keine besonderen Schwierigkeiten, so daß sie ernstere Konflikte mit den Erzieherpersonen noch nicht kennen gelernt hat. Wenn sich nun bei ihr, wie bei jedem Kind, die Notwendigkeit ergab, etwas zu verbieten, war am Verhalten der Kleinen wiederholt folgendes zu beobachten: Wenn man z. B. mit freundlichem Zureden die Kleine daran hinderte, den Absperrhahn der gefüllten Badewanne aufzudrehen und das ganze Zimmer unter Wasser zu setzen, was ihr einmal geglückt war, da man nicht wußte, daß sie diesen Hahn schon aufdrehen konnte, zeigte sie zuerst keinerlei Unwillen über das Verbot. Sie wurde nur nachdenklich, stand in Gegenwart der Erwachsenen vom Versuch ab, den Hahn aufzudrehen, versuchte es aber sofort, wenn man das Zimmer verlassen hatte. Als sie dann von der Mutter nicht mehr mit der gefüllten Badewanne im Zimmer allein gelassen wurde, schlug sie einen andern Weg ein, um ihr Ziel zu erreichen. Wenn die Wanne gefüllt war, rief sie plötzlich: „Hallo, Telephon, die Mama zum Telephon gehen.” Und als dieser Versuch, die Mutter zu entfernen, keinen Erfolg hatte, sagte sie einfach: „Die Mama hinausgehen”, obwohl sie sonst sehr viel Wert auf die Anwesenheit der Mutter legt. Als auch dieses Mittel nicht den erwünschten Erfolg hatte, nahm sie eines Tages die Mutter bei der Hand, führte sie zum Absperrhahn der Badewanne und sagte: „Die Mama das auch aufdrehn und alles aus