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Das Interesse für Psychoanalyse in Holland ist außerordentlich rege. Dank der Tatsache, daß sich vor gut 20 Jahren der Ordinarius für Psychiatrie in Leiden, Prof. Jelgersma, zur Lehre Freuds positiv eingestellt hat, in seinen Vorlesungen ständig auf Psychoanalyse hinwies und seine Assistenten zur psychoanalytischen Tätigkeit anhielt, ist wie nirgend anderswo die Psychoanalyse offiziell anerkannte Wissenschaft. Dazu kommt, daß die Holländer für alle Fortschritte auf dem Gebiete der Pädagogik das denkbar größte Interesse haben und auch die Juristen sich mit den pädagogischen Beeinflussungsmöglichkeiten und den Verständnisgelegenheiten, die die Psychoanalyse eröffnet, auf dem Laufenden halten. So kommt es, daß alle möglichen Institutionen Psychoanalytiker heranziehen und zahllose Vorträge über uns interessierende Themen halten lassen. Charakteristisch dafür ist vielleicht die Tätigkeit der Leiterin des Amsterdamer „Konsultationsbüros für schwierige Kinder”, Frl. Dr. Tibout, die allein im Laufe der letzten anderthalb Jahre fünf bis sechs Kurse und mindestens ebensoviele Vorträge im analytischen Sinne gehalten hat. Im vergangenen Jahre sind die psychoanalytischen Vereinigungen zwar nicht mit selbständigen Vorträgen aufgetreten, dagegen ließ das holländische psychoanalytische Institut im Frühjahr durch Dr. Landauer im Haag einen Vortragszyklus von sechs Vorträgen über Erziehungsprobleme halten.
Im November 1934 erschien für Pädagogen und Kinderpsychologen in holländischer Sprache das Buch: „Het Rind en de Adolescent in de Psychoanalyse” von Hil Deman, mit einer Einleitung von Dr. J. H. Van der Hoop (Antwerpen 1934).
Im Rahmen der Volkshochschulkurse der Universität Basel setzt Dr. Heinrich Meng seine Vorlesungen im Wintersemester 1934/35 unter dem Titel „Erziehung und Nacherziehung als Hilfe im Lebenskampf” fort. Es werden folgende Themen behandelt: Wechselbeziehung zwischen Eltern und Kindern. Vater-, Mutter- und Rinderfehler. Ehekunde. Elternschicksal und Ri