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Es sind im allgemeinen zwei mehr oder weniger getrennte Sektoren des geistigen Lebens, in denen sich wissenschaftliche Impulse auswirken: in der reinen Forschungsarbeit und in ihrer praktischen Verwertung. Bei der Psychologie tritt als ein dritter der Bereich ihrer Publikumswirkung und deren Rückwirkung auf sie hinzu. Bei jener problematischen psychologischen Disziplin, die unter dem Namen „Graphologie” mindestens seit 25 Jahren eine immer wachsende Anziehungskraft ausübt, ist es eben dieser dritte Sektor, den wir studieren müssen, wenn wir wissen wollen, was für eine Rolle sie heute spielt; denn sie hat auch heute noch ihren Schwerpunkt in dem weiten und dunklen Bereich eines sehr klärungsbedürftigen Publikumsinteresses. Es besteht auch kaum eine Aussicht, daß sich dieser Zustand so bald andern wird. Während die Expansionsbestrebungen der Graphologie in den beiden andern Sektoren nach auffallend rascher Entwicklung im gegenwärtigen Zeitpunkt erlahmen und der Tendenz zur kritischen Prüfung des bisher Erreichten Platz machen, hält die Konjunktur der Graphologie im dritten Sektor unvermindert an — ja, sie zeigt den „schreibkundigen” Autoren neuerdings ein besonders verheißungsvolles Gesicht. Im Bereich der praktischen Anwendung der Graphologie, also auf dem Gebiet der planvollen „Menschenwirtschaft”, wie sie Unternehmer und Personalchefs in der Verfolgung bestimmter materieller Interessen betreiben, hat die Krise der Wirtschaft und nebenher auch das durch sie verstärkte Mißtrauen gegenüber Rationalisierungsmaßnahinen der weiteren Ausbreitung der Graphologie Einhalt geboten, indem sie ihr Hauptarbeitsgebiet, die Bewerbungsschreiben, großenteils bedeutungslos gemacht hat. In dem ohnehin sehr kleinen Sektor, der ernsthaft „graphologische Forschung” betitelt werden könnte, hat die sogenannte Krise der Wissenschaft in ihrer Weise zu einer Art Stillstand geführt. Die maßgebenden Graphologen waren sich immer klar darüber, daß die Graphologie prinzipiell keine selbständige Di