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Das Büchlein versucht, die Termini der allgemeinen Psychologie sowie zum Teil der einzelnen psychologischen Schulen popularisierend zu erläutern, teilweise auch nur schlagwortartig zu übersetzen. Die unumgängliche und typische Schiefheit und Unvollkommenheit derartig übermittelten Wissens
haftet dem Versuche an; das Büchlein ist in diesem Sinne so schlecht, als derartig angelegte Populärwörterbücher im allgemeinen zu sein pflegen. Aber darunter sind einzelne Erläuterungen auch noch falsch. So etwa die Angabe unter dem Schlagwort „Ambivalenz”, die lautet: „Doppelwertigkeit (z. B. von Vorstellungen, die zugleich Liebe und Haß, Zuneigung und Abneigung erregen können; A. der Gefühle)” oder unter „Depersonalisation”, wo es heißt: „Zustand der Entrücktheit, auch von Umgebung und dem eigenen Ich”. Unter „Psychoanalyse” heißt es unter anderem: „Das Heilverfahren geschieht durch die sogenannte ‚freie Assoziation’ (der Patient hat alles auszusprechen, was ihm bei der Nennung eines Wortes einfällt; bei diesem freien Spiel der Einfälle erwartet man, daß die in den Tiefen des Unterbewußtseins liegenden Komplexe sich verraten)”. Des üblich banalen Vorwurfs, daß das Vorfahren „in einseitiger Weise auf die Sexualität abgestellt” sei, konnte der Verfasser sich natürlich auch nicht enthalten.
Wenn der Verfasser in seinem Vorwort meint, daß sein „Wörterbuch der Psychologie” eine fühlbare Lücke im psychologischen Schrifttum auszufüllen habe, so mag man daran zweifeln, ob die Lücke fühlbar ist, daß er sie nicht ausfüllt, ist gewiß.
Dr. Richard Sterba, Wien.