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Dieses Buch bietet eine sehr lesenswerte, populäre Darstellung der psychoanalytischen Kindheits- und Pubertätspsychologie, insoweit sie nach der Meinung des Autors für den Erzieher von Bedeutung ist. Die Arbeit wird in der Hauptsache auf die Erkenntnis der Freudschen Psychoanalyse aufgebaut, es wird aber auch Adlersche, Jungsche und Stekelsche Literatur herangezogen. Die allgemeinverständliche Schilderung der Entwicklung des Kleinkindes, des Kindes in der Latenzzeit und des Pubertätsalters wird dadurch bedeutend unterstützt, daß der Autor direkte Beobachtungen mitteilt und auch durch don Hinweis auf die belletristische Literatur die seelischen Vorgänge veranschaulicht. Der Analytiker kann sich im großen und im ganzen mit dieser Darstellung einverstanden erklären, nur an einigen, zum Teil nebensächlichen Punkten wären kritische Bemerkungen anzusetzen. So erscheint die Darstellung der unterschiedlichen Auffassungen von Anna Freud und Melanie Klein bezüglich der Kinderanalyse unzutreffend und mißverständlich (S. 17). Der Autor stellt sich auch in Gegensatz zur Freudschen Theorie, wenn er annimmt, daß das Kind im Mutterleib bereits ein „Bewußtsein” besitzt und die Geburt als eine bewußte Angstsituation erlebt, die..Todesangst” sei (S. 54). Nach Freud entsteht doch das Bewußtsein erst bei der Differenzierung der persönlichkeit in ein Ich und ein Es, als eine Reaktion auf die Wahrnehmungen der Außenwelt (System W-Bw). Die erste Angst wird bei einer Trennung vom Objekt erlebt, kann also erst entstehen, nachdem eine wirkliche Objektbesetzung vorgenommen worden war; das ist im Intrauterinleben nicht der Fall. Gewiß bewirkt die Geburt eine Störung im Triebhaushalt und die dabei auftretenden Erscheinungen werden im späteren Angstanfall reproduziert.
Einige nebensächliche Bemerkungen, wie z. B. die, daß die Frauen im allgemeinen größere Fähigkeit zum Sublimieren besitzen als Männer, oder daß die mutuelle Masturbation in der Pubertät häufiger von Mädchen betrieben werde als von K