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Die Eßschwierigkeiten der Kinder, von denen fast alle Mütter zu erzählen wissen, wie sie in jeder Erziehungsberatung berichtet werden, und wie sie zur täglichen Erfahrung des Kinderarztes gehören, sind keineswegs einheitlicher Natur. Im allgemeinen wird es wohl berechtigt sein, zunächst anzunehmen, daß, soweit psychogene Faktoren in Betracht kommen, eine Störung der libidinösen Erlebnisse im psychosexuellen Ablaufe an der Mundzone den Ausgangspunkt dafür bildet. So sind es vor allem wohl die Entwöhnung von der Mutterbrust, der Wechsel von flüssiger zu breiiger und fester Kost, der Entzug des Lutschers als eines libidinösen Objekts, das Verbot des Daumenlutschens, die in bestimmten recht häufigen Fällen in pathologischer Weise verarbeitet werden. Das Kind reagiert auf diese Versagungen mit der Ablehnung auch anderer Funktionen der Mundzone, die in dieses Verbot nicht einbezogen waren, also mit einer Verweigerung des Essens, des Kauens oder Schluckens. Diese Eßstörung ist dann eine neurotische Störung auf Grund oraler Libidoerlebnisse und deren Versagung.
Das Beispiel einer Eßstörung, das ich nun bringen möchte, ist aber von anderem Charakter. Es gemahnt uns, einer Eigenschaft der Sexualtriebe zu gedenken, die gerade die Sexualtriebe einerseits zu kulturellen Zwecken unglaublich verwendbar werden läßt, ja die ihre so weitgehende Unterdrückung im Laufe der kulturellen Entwicklung gestattet, die aber anderseits durch die reichlichen Ausweichmöglichkeiten dem Erzieher so manche Schwierigkeit bereitet. Diese Eigenschaft ist die Plastizität der Sexualtriebe, d. h. ihre Fähigkeit zur Umformung, zur Zielverschiebung, zur gegenseitigen Ersetzung.
Ich hatte Gelegenheit, die Entwicklung eines kleinen Mädchens genauer zu verfolgen, und wurde auch öfters in die Lage versetzt, Eltern und Erziehern dieses Kindes Eatschläge in der Erziehung zu erteilen und ihnen verschiedene Verhaltensweisen dieses Kindes zu deuten. Dieses zur Zeit der Entwicklung und Behebung der Eßstörung, von der i