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Unter obigen Titel erscheint soeben im Verlag Hans Huber, Bern, eine Fortsetzung der Schriftenreihe „Bücher des Werdenden”, herausgegeben von Paul Federn und Heinrich Meng; im folgenden bringen wir Teile des II. und III. Kapitels zum Abdruck.
Da die Haltung und das allgemeine Betragen eines Kindes so sehr von seinen Umweltsitten abhängig sind, genügt oft eine Versetzung in ein anderes Milieu (Umwelt), um ein in gewisser Beziehung verwahrlostes Kind zu retten.
Als Beispiel dafür will ich von einem zwölfjährigen Buben berichten, den wir Gusti Lehmann nennen wollen. Er war das Kind eines häufig arbeitslosen Uhrmachers. Auch die Mutter arbeitete außerhalb des Hauses in einem Steinbohreratelier. Die Familie wohnt in einem altstädtischen Armenviertel. Der Mann wurde kurz nach geschlossener Ehe unsolid. Er ging, wenn er nicht Arbeit hatte, fischen und schwämmein, dabei verbrauchte er mehr Geld in Wirtshäusern, als der Ertrag seiner Fische und Pilze wert war. Die Frau erhielt die Familie. Außer dem Buben war noch eine um vier Jahre jüngere Schwester da. Mit ihr vertrug sich Gusti recht gut. Einer seiner Fehler bestand darin, daß er gern herumlungerte. Seine Streifereien gingen nicht etwa nur in die Gassen der Stadt. Er zog über Land, und dabei stahl er. Es begann mit allerlei Feldfrüchten, mit einem Rucksäcklein voll Kartoffeln oder Rüben, einem Kohlkopf, die er sich holte, und setzte fort mit Obstdiebstählen. Die Eltern sagten nichts dazu. Ganz im Gegenteil, sie waren froh, wenn es eine Abwechslung auf dem kargen Tische gab. Als die Mutter einmal Bedenken äußerte, wehrte der Vater gezwungen lachend ab. Er besuchte auch den Lebensmittelmarkt. Brachte Käsestücke heim, ein Huhn, einen Vierteil von einer Speckseite. Jetzt fing er an zu handeln, und nichts war mehr vor ihm sicher. Er entwendete außerhalb der elterlichen Wohnung