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Das Problem der narzißtischen Psychopathen ist trotz vieler anregender Versuche weder praktisch psychotherapeutisch noch theoretisch gelöst. An dieser Lösung hindert uns die Tatsache, daß wir bei diesen Menschen eines nicht vorfinden, das uns den Zugang zu neurotisch Leidenden selbst dort öffnet, wo eine Therapie wenig Aussicht hat: das Bewußtsein des Leidens, den seelischen Konflikt.
Die Folge dieses Mangels ist, daß der narzißtische Psychopath nicht nur uns gegenüber im Grunde verschlossen bleibt, sondern daß er auch sich selbst gegenüber nicht jene Position einzunehmen imstande ist, von der aus jene psychotherapeutisch und wissenschaftlich fruchtbare „Wir-Bildung” zwischen Arzt und Patient erfolgen kann: Er will sich nicht, nein, er kann sich nicht in Frage stellen. Sozial ausgedrückt: Er hat kein Gewissen.
Wir nennen ihn denn auch krank, nicht weil er leidet, sondern weil wir unter ihm leiden. Wir sind zwar imstande, die asozialen Handlungen nicht nur deutend zu erklären, sondern auch spontan in den nächstliegenden Motiven zu verstehen, besser oft als die neurotischen Symptome, und doch sagen wir: Wir verstehen diese Menschen nicht.
Wir verstehen nämlich lediglich, warum jeweils so gehandelt wird, und dieses „Warum” liegt sogar offener zutage als beim neurotischen Symptom. Aber wir verstehen nicht, daß so gehandelt wird, verstehen nicht das übergreifende lebensgeschichtliche Bezugssystem, aus dem ein solches Handeln überhaupt tragbar wäre.
Aus der Bereitschaft zur Rückfrage auf sich selbst können wir in der psychoanalytischen Kur mit dem Neurotiker gemeinsam die Verstehenslücken ausfüllen. Aus den verstandenen asozialen Einzelhandlungen aber läßt sich jene übergreifende Bereitschaft zur lebensgeschichtlichen Verantwortung nicht schaffen. Wir können von einem Verfallensein anden sekundären Lustgewinn reden.
Die Ersatzbildungen werden also nicht wie bei der Neurose in den Tagträumen erledigt, sondern sie werden durch die ungehemmte Aggression in die Mitwelt hineingetra