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August Aichhorn hat uns in seinem geradezu klassischen Buche „Verwahrloste Jugend” gezeigt, wie auch der erfahrenste und feinsinnigste Fürsorger in der Erfassung schwieriger Fälle durch psychoanalytische Kenntnisse außerordentlich bereichert wird, selbst wenn er nicht eigentliche psychoanalytische Behandlungen durchführt. Als Fürsorgeerzieher wird er natürlich seinen Zöglingen, unter denen sich auch nicht wenige der hier zu besprechenden Typen finden, die unbewußten Beweggründe ihres Handelns nur sehr sparsam und zurückhaltend aufdecken. Allein das viele, das er für sich erfährt, und das reduzierte Wissen, das er in weiser Dosierung dem jungen Menschen über die verborgenen Hintergründe seines Handelns mitteilt, bilden eine ausgezeichnete Basis seines erzieherischen Tuns.
Ich möchte nun an einigen Beispielen zeigen, wie auch direkte Analysenfragmente zu einem wichtigen Einblick in die seelische Verfassung triebhafter Narzißten verhelfen können.
Eine Amtsstelle führt mir einen 13½ jährigen Burschen zu, der dem Anschein nach in unser Untersuchungsgebiet fällt. Er benimmt sich überaus dissozial, stiehlt solche Summen, daß die wirtschaftliche Existenz seines Vaters bedroht ist, schwänzt immer und immer wieder die Schule und läßt sich ebensowenig durch die flehentlichen Bitten seiner Mutter wie durch die Strafen seines Vaters beeinflussen. Er denkt nur an seine Vergnügungen und freut sich, den anderen ein Schnippchen zu schlagen. Aus dem entwendeten Geld leistet er sich Eisenbahnfahrten, auf denen es flott zugeht, Auf seine Findigkeit ist er stolz. Zuletzt hat ihn die Polizei im Zuge verhaftet, als er mit einer besonders großen Summe durchgehen wollte. Ich werde gebeten zu