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Der Autor versucht zu zeigen, daß ein wesentliches Kennzeichen der heutigen Schule und ihres Systems der Kampf zwischen Schüler und Lehrer ist. Den hauptsächlichsten Raum der Schrift nehmen die Äußerungen von 17- bis 19jährigen Gymnasiasten über die gegenwärtige Schülermoral ein. Es geht daraus hervor, daß sich die meisten Schüler daran gewöhnen, den Lehrer zu betrügen, um von Klasse zu Klasse aufzusteigen. Zwei Beispiele: „Grundsatz
ist: Man muß den Lehrer prellen, und zwar so viel und so kräftig wie möglich. Denn ‚man’ wird ja auch anhaltend ‚geschoren’, wie der technische Austi ruck dafür lautet. Der Schüler ist nun einmal überzeugt, daß er immer den kürzeren zieht (manchmal nicht ganz zu Unrecht); dafür muß er sich irgendwie entschädigen. Das ist doch einleuchtend, nicht? —”
„Der Lehrer und der Schüler könnten fast als zwei einander auflauernde Tiere bezeichnet werden. Der Schüler wird nicht müde, immer neue betrügerische Mittel zu erfinden, um den Lehrer hintergehen zu können. Dieser wiederum verbessert seine Abwehrmaßnahmen. Ich muß dabei unwillkürlich an Verbrecherjagden und Schmugglerbanden denken.”
Unter den Forderungen, die nach Rhyn hier abhelfen könnten, seien erwähnt: Herabsetzung der Schülerzahl pro Klasse auf höchstens 15, Einschränkung des Notengebens; die Schule hat ebenso der Charakterbildung und Charakterauslese wie der Verstandesbildung zu dienen. Rhyn sieht in dem Werk von Rudolf Maria Holzapfel, des religiösen Dichters und Kulturpsychologen, die Quelle, aus der sich die Schule neu gestalten könnte. Er fordert eine Erziehung der Erzieher und eine gründliche psychologische Durchbildung der Lehrer.
Der Autor vernachlässigt in seiner Schrift die Bedeutung des Unbewußten und der Neurose für das Verhalten von Lehrern, Schülern und Eltern, vor allem für die Fundamente von Moral, Charakter, Wollen, Lehren und Lernen. Die Selbstzeugnisse der Jugendlichen Rhyns lassen uns die schon öfters betonte Forderung wieder neu stellen, die Forderung nach dem „Schül