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Anläßlich des 60. Geburtstages des Zürcher ordentlichen Professors für Gerichtsmedizin und Unfallmedizin, Heinrich Zangger, erschien dieser stattliche Band mit 100 Originalaufsätzen von Freunden und Schülern des Gelehrten. Das Buch zeigt, daß Zangger nicht nur in seinem Fachgebiet, sondern auch in den Grenzwissenschaften viele Anregungen zu praktischen Forschungen gab, insonderheit auf dem Gebiet der Biologie. Unser Interesse wendet sich drei Aufsätzen zu: Feer: „Zur Psychologie und Psychoanalyse des Kindes”; Medicus: „Gerichtsmedizin und Pädagogik”; Sigerist: „Soziologische Faktoren in der Medizin”.
Feer betont, daß jeder Kinderarzt für Untersuchung und Behandlung über ein natürliches psychologisches Wissen verfügen müsse. Das Kind soll nie überrumpelt oder belogen werden. Viele Störungen im Frühkindesalter sind die Folgen einer Fehlerziehung. Er erkennt Freuds Erforschung des Traumes und des Unbewußten an, lehnt aber die Trieblehre, die Annahme einer kindlichen Sexualität und die Kinderanalyse aufs Entschiedenste ab und beruft sich dabei vorwiegend auf das Studium des Buches von Melanie Klein, sowie auf die Proteststellung Jungs gegen die Kinderanalyse. Er kennt zwar nach dem Literaturverzeichnis und nach einer Probe im Text auch andere Publikationen über Kinderanalyse, mißversteht aber grundsätzliche Einsichten und Formulierungen der Kinderanalysc über die Krankheitseinsicht und den Heilungswillen des Kindes. Es war vorauszusehen, daß das