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Die Notwendigkeit, vor der Eröffnung einer Kinderanalyse eine Vorbereitungsphase einzuschalten, wurde von Anna Freud bereits 1927 in ihrer „Einführung in die Technik der Kinderanalyse” begründet; darnach ist die Einleitungsphase durch die Aufgabe gekennzeichnet, das Kind „analysierbar” zu machen. Wie diese Aufgabe gelöst wird, wie beim Kinde eine Krankheitseinsicht entsteht, wie es zur Analyse Zutrauen faßt und der Entschluß aus einem äußeren zu einem inneren wird, das wurde dort an sechs Beispielen gezeigt.
Nachfolgende Darstellung einer solchen Einleitungsphase handelt von einem jener Kinder, welche allen denen sehr gut bekannt sind, die es als Erzieher mit der Altersstufe zwischen 6 und 12 zu tun haben. Ich meine solche Kinder, die durch ihre Ängstlichkeit auch dem Erzieher, nicht bloß den Eltern auffallen, ihren Zustand aber immerhin so gut beherrschen können, daß sie nicht gerade als abnorm gelten Sie zeigen jedenfalls eine relativ gelungene Anpassung an die Wirklichkeit, sie fallen unter Umständen durch Ehrgeiz, Bravheit und Folgsamkeit auf, suchen Vertrauensstellungen in der Schulklasse und bilden im allgemeinen ein sozial günstiges Element. Im Elternhaus sind sie, wenn eingeschüchtert, meist unauffällig, sonst liebesbedürftig, launenhaft, gelten als aufrichtig und wahrheitsliebend. Als Kleinkinder zeigten sie verschiedene neurotische Symptome, Favor nocturnus, andere Angstzustände, Eßstörungen. Nur wenige Menschen wissen von ihren Ängsten, oft können sie sie überhaupt verbergen. Sie fürchten sich abends vor dem Schlafengehen, jedem Besuch, jeder Reise, jedem Fest; alle Veränderungen des Alltags können sie mit einer Steigerung ihrer Angst beantworten, Krankheiten genau so wie ein Geburtstagsfest.
In die psychoanalytische Behandlung bringen solche Kinder — ich denke hier immer an Kinder der Latenzperiode — verschiedene Erwartungsvorstellungen mit, die sich an die bisherigen Versuche der Erzieher, die Angst zu beseitigen, anlehnen. In der häuslichen Erziehung, in