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Die Untersuchung nimmt ihren Ausgang von 125 Lügnern und Schwindlern, welche an der Heidelberger Psychiatrisch-neurologischen Klinik und an der Münchner Psychiatrischen und Nervenklinik begutachtet wurden — die meisten im Laufe eines Gerichtsverfahrens. Ziel der Untersuchung war die Durchforschung der Sippen, der Eltern, der Großeltern, Kinder, Geschwister, Stiefgeschwister, Onkel und Tanten, der Neffen und Nichten, Vettern und Basen auf jene Wesenszüge, welche den psycbopathischen Lügner und Schwindler charakterisieren.
Welche Wesenszüge sind nun nach der Untersuchung v. Baeyers so charakteristisch, daß sie — gleichsam als gemeinsamer Nenner — bei den Lügnern und Schwindlern einerseits, bei den Sippenangehörigen anderseits gefunden werden können? Das Lügen und Schwindeln selbst? Wir bekommen schon hier eine sehr interessante Antwort: „Der psychopathische Lügner und Schwindler, und im ganz besonderen Maße der eigentliche Pseudologe, erwächst aus einem Anlagekomplex, der in seiner besonderen Zusammengesetztheit in den Sippen meist nur einmalig vertreten ist.” — „Das psychiatrische Bild der Pseudologia phantastica als solches, als klinisch-psychologische Einheit vererbt sich nicht.” — Auch andere, vielleicht naheliegende Annahmen werden entkräftet. Bloß vier von den 125 Lügnern und Schwindlern konnten nach genauer Prüfung der Krankengeschichten als Prozeßpsychosen, also als eigentliche Geisteskranke angesprochen werden, bloß zwei erweckten Verdacht auf eine organische Krankheit als Ursache der Verwahrlosung, sie „wurden jedoch in dem Material (der psychopathischen Lügner und Schwindler) belassen, aus der Erwägung heraus, daß eine organische Hirnkrankheit wie die Epilepsie und eine pseudologische Charakterveranlagung sehr wohl unabhängig voneinander infolge eines zufälligen Zusammentreffens bei ein und demselben Menschen vorkommen können und daß nicht anzunehmen war, daß in den fraglichen Fällen der pseudologische Wesenszug durch eine epileptische Hirnveränderung beding