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Klages, Kronfeld, Baumgarten und andere pädagogisch interessierte Psychologen berufen sich neuerdings des öfteren auf den 1881 verstorbenen Gymnasiallehrer und Philosophen Bahnsen. In der Tat verdient es Bahnsen, gelesen zu werden, es gebührt dem Verlag und dem Herausgeber dafür Dank, diese zwei Bände erscheinen zu lassen. Die philosophische Einstellung ruht auf Schopenhauer und Hegel, sie ist nicht Gegenstand unserer Besprechung, vielmehr vorwiegend die Beziehung der Pädagogik Bahnsens zur Psychoanalyse. Sie besteht mehrfach, schon im Grundsätzlichen. Unser Autor macht damit Ernst, „an jedem Punkt und im kleinsten Detail die Beziehung zwischen Einzelerscheinung und Grundwesen nachzuweisen”. Bei seiner Charakterforschung geht Bahnsen davon aus, daß das Gemüt als Mutterboden der Gefühle, Stimmungen, Affekte und Leidenschaften das Wesentlichste für die Charakterforschung sei. Dann nimmt Bahnsen eine bemerkenswerte fortschrittliche Stellung zum Phänomen des Traumes ein1). So heißt es u. a bei Bahnsen: „Auf die Frage: ‚Was zeigen uns die Träume an?’ ist gerade vermöge ihrer Unbestimmtheit, zunächst wenigstens die Antwort unbestreitbar richtig: ‚Was in uns ist’, und ebenso unleugbar, daß das Individuum im Traume reiner auf sich und seinen inneren Gehalt gestellt ist als beim Wachen, insofern ist also der Traum sehr geeignet die Selbsterkenntnis auf ihre elementarsten Faktoren zurückzuführen. Deswegen liefert er auch, wie nicht leicht etwas anderes, Belege für ein uns selbst oft überraschendes Sichgleichgebliebenes unseres geheimsten Wollens. Im Traume sehen wir, wessen wir unter Umständen fähig sein würden.”
In seinem Handexemplar fügt Bahnsen noch bei: „Insbesondere werden wir uns durch unsere Träume der Konstanz unserer posodynischen Eigentümlichkeit bewußt, soviel auch dessen abgezogen werden muß, was Wirkung der