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Die Geschlechtsreife macht sich dem Knaben am eigenen Körper deutlich bemerkbar. Sollte sich selbst der Eintritt der Pollutionen verspäten, so sorgen die sekundären Geschlechtsmerkmale doch dafür, daß er die eingetretene Änderung nicht übersehen kann. Aber nicht jeder Knabe reagiert gleicherweise auf dies neue Faktum, Der eine Typus nimmt die beginnende Erwachsenheit bewußt an und richtet sich danach, der andere fühlt sich in Besorgnisse, Ängste, Bedrückungen versetzt, die so intensiv sein oder ihn so plötzlich erschreckend überfallen können, daß er die ganze Neuigkeit ableugnet und versucht so weiterzuleben, als wäre nichts geschehen, gelegentlich unter Anwendung von Verdrängungen und phobischen Schutzmechanismen. Die Erscheinungen mögen noch so mannigfaltig sein, die dieser zweite Typus darbietet, der tieferen Beobachtung zeigen sie doch Gemeinsam keiten: Abwehr, Angst, Angstbewältigung. Da aber die Bewältigungsweisen der Angst, die Abwehrformen, die zur Verfügung stehen, sehr zahlreich sind, entsteht jene unerschöpfliche Fülle von Verlaufsformen, welche die Verzweiflung des Wissenschafters bildet, der eine einheitliche Formel für die Pubertät sucht. Die Angst und ihre Bewältigung erklärt natürlich nur einen Teil der Formen. Doch ist dieser Anteil einigermaßen durchsichtig. Wir verstehen die Natur dieser Angst und können die Bedingung angeben, unter der sie Chancen hat, sich zu einem wesentlichen Moment im Leben des Jugendlichen zu entwickeln. Es ist innere Angst, die ausgelöst wird, weil das Erwachsensein und seine Sexualität wie eine bedrohende Gefahr erlebt wird oder unbewußt als solche wirksam wird. Die allgemeinste Ursache hiefür liegt in der frühen Kindheitszeit. In ihr wurden gegen alle frühen Regungen der Sexualität Hemmungen eingesetzt: Drohende Strafen, Angst, Gewissensunruhe; es war geglückt sie zu verdrängen, zu unterdrücken, aufzuschieben, verkümmern zu lassen. Die Anzeichen der beginnenden Erwachsenheit bedrohen diesen mühsam aufgerichteten Bau mit d