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Wenn man über Pubertät spricht, so denkt man gewöhnlich nur daran, daß in einem gewissen Zeitraum einige Organe aus scheinbarem Schlafe zu so gewaltsamen Leben erwachen, daß damit die Tätigkeit des gesamten Organismus in umwälzender Weise geändert wird. Während bisher das Kind nur der Entfaltung seiner Maße und der Erweiterung seiner Herrschaft über den eigenen Körper und auch über die dadurch sich vergrößernde Umwelt gelebt hatte, scheint sich die Person mehr und mehr auf ein neues Ziel, die Erhaltung der Art, einzustellen. Diesem einfachen Schema könnte vielleicht die Reifung irgend eines Tieres entsprechen; wir wissen es nicht, denn wir können uns mit ihm nicht genügend verständigen. Auf den Menschen trifft es nicht zu, bei dem auf ererbter Grundlage allmählich eine komplizierte Ich-Organisation entstanden ist, um die differenzierten Außen- und Innenreize durch differenzierte persönliche Antworten zu bewältigen: durch ad hoc zustandekommende Willkürhandlungen und nicht nur durch (im Entwurf bereit liegende) ererbte arthafte Trieb-, Affekt- und Instinkthandlungen. Solche undifferenzierten und relativ unangepaßten Handlungen sind auch beim Menschen als potentielle Kräfte vorhanden und brechen gar oft hervor, namentlich wenn Erschütterungen von außen oder innen her das Individualgebäude erheben lassen und in ihm Sprünge erzeugen, bestimmen zum mindesten die Willkürhandlungen mit. Eine ganz besonders gefährdete Zeit, ja eine Periode fortwährender Katastrophen ist die Pubertät; denn durch die neuen Organfunktionen und die von ihnen mächtig aufgerüttelten Triebe sind die Anforderungen, die an die bisherige Ich-Organisation gestellt werden, noch lange nicht erschöpft: Da das heranwachsende Wesen anders funktioniert, stellt auch seine Umwelt neue Anforderungen, Forderungen an den Erwachsenen, die nicht wie bisher nur Forderungen der Familie sind, sondern auch des Stammes, des Volkes und der Klasse.
Ein Wegweiser kann uns vielleicht sein, was uns Ethnologen über die Puber