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Die Kinderanalytiker wissen, daß fast alle kindlichen Neurosen mit Lernstörungen verknüpft sind. In vielen Fällen ergibt sich, wenn die Behandlung gelingt, sozusagen als Nebenprodukt auch die Behebung der Lernstörung, ohne daß diese selbst in dem ganzen Gewebe der Neurose mitenthalten gewesen wäre und in ihr eine wesentliche Rolle gespielt hätte. Trotzdem ist uns nicht unklar, warum die Aufhebung der Neurose in diesem günstigen Sinne auf die Lernstörung wirkt. So wie der in schwere innere Konflikte verstrickte Erwachsene in seiner Arbeitsfähigkeit gehemmt ist, so ist auch das neurotische Kind in seiner Lerntätigkeit gehemmt. Denn sowohl die kindliche Neurose wie auch die des Erwachsenen beruht ja auf einem innerseelischen Konflikte, der aber dem Kranken unbewußt ist und durch die Analyse aufgelöst werden muß. Wie nun durch die Analyse des Erwachsenen in so vielen Fällen die Berufsfähigkeit weit gesteigert wird, so wird häufig durch eine gelungene Kinderanalyse die Lern-Störung beseitigt. Einen der einfachsten Fälle dieser Art haben wir vor uns, wenn wir z. B. beobachten können, wie selbst ohne eine Analyse bei Kindern in der Vorpubertät eine richtige sexuelle Aufklärung starke Besserung im Lernen bewirken können. Das Denken eines solchen Kindes war vielzusehr durch seine Sexualforschung in Anspruch genommen, so daß es für ein richtiges Lernen nicht mehr die Kräfte frei hatte. Ebenso sehen wir häufig ein Erwachen der Lernfähigkeit, wenn es in der Kinderanalyse gelingt, die Onaniekonflikte der Kinder zur Lösung zu bringen. Dementsprechend können die praktisch arbeitenden Pädagogen regelmäßig beobachten, daß die Lernfähigkeit auch guter Klassen sich beträchtlich vermindert, wenn die Kinder in die Vorpubertät eintreten, in unseren Ländern also ungefähr im Alter von 12—13 Jahren. Die Lehrer stellen dann bei vielen Kindern eine große Verträumtheit und Zerfahrenheit fest.
Der Begriff der Lernstörung enthält in sich einen großen Fortschritt pädagogischer Einsicht. Er räumte