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Im Verlage Joh. Ambr. Barth, Leipzig, ist erschienen: „Psychodiagnostisches Praktikum für Psychologen und Pädagogen. Eine Einführung in Hermann Rorschachs Formdeutversuch von Prof. Dr. Ernst Schneider”. Die Monographie umfaßt 132 Seiten und kostet RM 6.60; da sich der Rorschach-Formdeutver such in Pädagogenkreisen wachsender Beliebtheit erfreut, benützen wir gern die Gelegenheit, ein uns vom Autor freundlichst zur Verfügung gestelltes Kapitel zum Abdruck zu bringen.
Die Protokolle I—Q stammen von Schülern, die der Schule und der Erziehung Schwierigkeiten bereiten. Unter ihnen befinden sich keine solchen, die wegen Mangel an Begabung den an sie gestellten Anforderungen nicht genügen könnten. Die Pädagogen sind leicht geneigt, solche Schüler, die dem Unterricht nicht zu folgen vermögen, mit den verschiedenen Bezeichnungen den beiden Gruppen der Dummen und Faulen zuzuordnen. Wenn man glaubt, einen unbegabten Schüler vor sich zu haben, ist es manchmal angezeigt, noch das Urteil einer besonderen Begabungsprüfung einzuholen. Es sind mir zwar schon verschiedene Fälle begegnet, da eine solche nach den gewöhnlichen experimentellen Verfahren das Urteil der Schule bestätigte, während der Versuch nach Rorschach es als falsch bezeichnen mußte. Ein Beispiel hierzu bringt Protokoll K.
Hemmungen, die sich der pädagogischen Arbeit entgegenstellen, können von außen und von innen stammen, vorübergehender oder dauernder Natur sein. Eine vorübergehende Behinderung zur Mitarbeit in der Schule war der Liebesgram des Mädchens, das wir oben kennen lernten. Ein Schüler kann wegen Zahnweh oder aber wegen einer chronischen Erkrankung in seinen Leistungen beeinträchtigt werden. Er kann ermüdet sein und nach einer Erholung wieder frisch mittun. Er kann aber überhaupt zu rascher Ermüdung neigen. Im allgemeinen ist zu sagen, daß bei Hemmungen zur Ausführung der durch die Erziehung geforderten Leistungen die Person ganz oder teilweise, vorübergehend oder dauernd, anderweitig beansprucht wird, und zwa