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Die Verfasserin führt uns zuerst in älteste Zeiten und zeigt uns dort die Rolle auf, die die Menstruation für Mann und Frau, für engere und weitere Familie, für die kleineren, aber ebenso auch für die großen Gemeinschaften spielt. Die Menstruation ist von den Männern durchwegs als eine gefährliche Angelegenheit angesehen worden, auf die sie mit Angst, Scheu und Abscheu reagierten. Der Glaube herrschte, daß Kontakt mit der Menstruierenden unheilvoll sei, und dementsprechend entstanden strenge Vorschriften, um die „Unreine” von der Gemeinschaft für die Dauer einiger Tage fernzuhalten. Die Form der Ausschließung variierte je nach der Verschiedenheit der Stämme. Diese Verbannungen der Menstruierenden sind kurzdauernde Wiederholungen der gewöhnlich mehrere Monate bis Jahre dauernden Ausschließungen des heranreifenden Mädchens aus den Gemeinschaften im Zuge der Pubertätsriten, wie wir sie auch heute noch bei den „Primitiven” finden. Sehr anschaulich legt Chadwick dar, wie diese Angst der Primitiven vor der „Blutenden eigentlich eine Angst vor der Rache gewisser Dämonen sei, die letztlich als Kastrationsangst bewertet werden müsse. Außerdem zeigt sie auch, wie aus den gleichen Wurzeln in späteren Zeiten andere Massenerscheinungen entstehen, wie etwa die Angst vor den Hexen, die sogar zu deren Verbrennungen geführt hat. Auch heute noch sehen wir denselben Motor in gewissen religiösen Geboten und Verboten wirken; auch in manchem Aberglauben erhält die Angst ihren Ausdruck, wie z. B. in der weitverbreiteten Meinung, daß von einer Menstruierenden berührte Blumen zugrunde gehen müssen. Nun wendet die Verf. sich der gegenwärtigen Generation zu — dem einzelnen Individuum — und wiederum zeigt es sich, daß jeder einzelne sich mit ähnlichen Ängsten auseinanderzusetzen hat, die die Erkenntnis des Geschlechtsunterschiedes und das „bedrohliche” Zeichen des weiblichen Rhythmus mit der regelmäßig auftretenden Blutung in ihm verursachen. Früher oder später entdeckt jedes Kind die Tatsache