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Im vorliegenden Bericht versuche ich die Lebens- und Leidensgeschichte eines jetzt dreijährigen Mädchens darzustellen.
Verschiedene ungünstige Umstände leichterer und schwererer Art zeitigten Reaktionen, die wir als psychische Erkrankung (Neurose) oder deren Vorläufer werten müssen. Da ich in der Lage war, die Entstehung der Traumen und ihre Folgen vom 15. Monat des Kindes an selbst zu beobachten und von der vorangegangenen Zeit genaue Berichte zu erhalten, scheint es mir der Mühe wert, eine Darstellung dieser Entwicklung zu geben.
Man kann in diesem Fall einen Einblick in die Verursachung solcher Störungen erlangen, ohne die Schwierigkeit zu haben, erst alles später Hinzugekommene, den nachfolgenden Überbau der Entwicklung abtragen zu müssen, wie es in einer analytischen Behandlung zu geschehen pflegt.
Die Kleine ist das erste und einzige Kind zweier sehr junger Leute, die aus dem Burgenland1) zugewandert sind. Sie entstammen Kleinhäuslerfamilien und brachten sich in Wien zunächst als Bauarbeiter fort. Sie sind außerordentlich arbeitsam und sparen eifrigst für später, so daß sie sich jetzt kaum das Nötigste gönnen; für Wohnung und Kleidung wird allerdings etwas mehr erübrigt, wohl in dem Bemühen, sich der städtischen Kultur anzupassen. Beide Eltern sehen sehr schlecht, fast krank, aus; auch das Kind ist mager und blaß. Es ist ziemlich groß, die Beine sind erbärmlich dünn.
Als Helli geboren worden war, erkrankte die Mutter kurz nach ihrer Heimkehr aus der Klinik an einer schweren Gelenksentzündung, die sie lange Zeit ans Bett fesselte. Damals hatten Hellis Eltern einen Hausbesorgerposten in einer Villa inne. Ein halbes Jahr lang oblag nun dem Manne außer dieser Arbeit auch die Pflege der kranken Frau und des Neugeborenen. Wir dürfen annehmen, daß der auch heute im Umgang mit dem dreijährigen Kinde geschickte und liebevolle Vater dieselben Eigenschaften schon bei der körperlichen Wartung des Säuglings entwickelte.
Im fünften Monat wurde Helli mit Rücksicht auf die Schwäch