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In der folgenden Literaturübersicht soll alles zusammengefaßt werden, was bisher von Analytikern und analytisch orientierten Pädagogen zu den verschiedenen Problemen der Schule veröffentlicht wurde. Der analytische Laie soll aus ihr entnehmen können, was wir heute bereits zu diesen Problemen zu sagen haben, während der Analytiker und besonders der analytische Lehrer, auf die Arbeit hingewiesen werden soll, die noch zu tun ist. Es wird sich zeigen, daß eine ganze Reihe von Fragen, insbesondere solche didaktischer und sozialpsychologischer Art, überhaupt noch nicht in den Gesichtskreis der psychoanalytischen Pädagogik getreten sind.
So müssen wir z. B. sogleich feststellen, daß die Psychologie des Schülers die Psychoanalyse bisher weit mehr interessiert hat als die des Lehrers. „Wie man Lehrer wird”, ist eine Frage, die bisher noch nicht gestellt wurde, obwohl ihre Beantwortung uns zweifellos so manches Merkwürdige an dem Phänomen „Schule” besser verstehen ließe. Ein typisches Verhalten des Lehrers, nämlich das Strafen, hat Yates (27)1) an drei Fällen untersucht und dabei gezeigt, wie unerledigte Konflikte des Lehrers sein Verhalten in der Schule bestimmen.
Im ersten Fall handelte es sich um einen sehr strengen Lehrer, der die Disziplin durch harte Strafen, vor allem durch Prügel, aufrechterhielt und dadurch ständig in Konflikt mit seinen Vorgesetzten geriet. Er klagte, daß die Schüler „schmutzig, wild und frech seien, nichts lernten, ihn dauernd ärgerten und zu ihm unverschämt seien”. Er wollte ihren Willen brechen und „ihnen beweisen, daß er der Herr sei”, war aber im übrigen durchaus kein Pädagoge der alten Schule.
In der Analyse erwies sich sein Verhalten als Folge einer Projektion seiner eigenen verdrängten Regungen auf die Schüler, die er selbst in der Rolle der Elternimagines wegen eben dieser Regungen bestrafte. Indem so ein ubw. Konflikt zwischen dem verurteilenden Über-Ich und den verurteilten Triebregungen in die Außenwelt verlegt