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Die Herausgeber der „Bücher des Werdenden” verfolgen konsequent die Absicht, psychoanalytische Kenntnisse zu verbreiten, soweit diese ohne Vorstudien erworben werden können. Dieser Band ist nun in ununterbrochener Reihenfolge der dritte (nach Anna Freuds: Einführung für Pädagogen, 2. Aufl., und Heinrich Mengs: Strafen und Erziehen), der diesen Absichten dient.
Zulligers Buch will den Lehrer in die Ideenwelt der psychoanalytischen Pädagogik einführen; dabei baut es auf die reiche Erfahrung und das geklärte Wissen des Autors auf und vermittelt so spielend leicht den ersten Kontakt mit einer überwältigend großen Materie, die nun die psychoanalytische Pädagogik schon einmal ist. Ausgangspunkt von Zulligers Darstellung ist das praktische Denken des Erziehers, der sich mit den Schwierigkeiten der Kinder und ihrer Umgebung auseinandersetzen muß. Er lehrt Erziehungstechnik, kämpft gegen bequeme Dogmen — wie z. B. jenes von der Bedeutung des Milieuwechsels — und führt so hinüber zu den Voraussetzungen und der Arbeitsweise der Erziehungsberatung, wie diese von psychoanalytischen Pädagogen verstanden und angewandt wird.
Man könnte den Eindruck gewinnen, der Autor hätte eine systematische Darstellung angestrebt; bis zur Behandlung der Fragen über die Diagnostik der kindlichen und juvenilen Störungen wenigstens mutet die Anlage der Arbeit streng deduktiv an, als würde sie in ein System der Kinderfehler hineinführen wollen; aber die Vielheit der kindlichen Störungen, wie sie dem Erzieher entgegentreten, eignet sich nicht für ein praktisch orientiertes Einteilungsprinzip, und so schließt das Buch mit der von überzeugenden, schönen Beispielen untermalten Beschreibung von Übertragungssituationen und ihrer Bedeutung für Symptombehandlungen.
Klar wird von Zulliger die Bedeutung des Rorschachtests dargestellt, der ausschließlich diagnostischen, niemals therapeutischen Absichten dienen kann. Damit setzt der Autor seine Bemühungen fort, dem Rorschachtest einen entsprechenden Platz in der He