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Wenn man den Einfluß der Erziehung auf die Kinder verstehen will, ist es wichtig zu versuchen, die Jugendlichkeit in der Sprache der genetischen Psychologie zu erklären. Einige Hauptmerkmale der Jugend sind sogleich erkennbar. Das Verhalten des Kindes hat keine bestimmte Richtung, kein bestimmtes Ziel; seine Impulse, Gedanken, Gefühle und Affekte, seine Aufmerksamkeit und deren Einstellung sind raschem Wechsel unterworfen. Das Jungsein findet seinen besten und bezeichnendsten Ausdruck im Spiel, das sämtliche Züge der typischen jugendlichen Aktivität trägt. Spiel ist Betätigung ohne nützlichen Zweck — und dies mag der Grund dafür sein, weshalb jeder Beobachter des spielenden Kindes von dessen Harmlosigkeit überzeugt ist, als ob jede Absicht notwendigerweise etwas Schlechtes wäre. Jugendlich sein, heißt unfertig sein und doch schon die Anlage zur Reife in sich tragen. Mit anderen Worten: die Fähigkeit, sich erziehen zu lassen und eine soziale Anpassung zu entwickeln, ist ein charakteristisches Kennzeichen des jungen Menschen.
Die Definition der Jugendlichkeit ist in der Psychologie von größerer Bedeutung, weil keine andere Wissenschaft so sehr auf die Beachtung der Altersstufe angewiesen ist. In der Physiologie z. B. spielt das Alter eine weit weniger wichtige Rolle. Blutkreislauf, Atmung und Stoffwechsel sind vom Anfang bis zum Ende stets gleichartige Vorgänge. Hingegen hat jedes Alter seinen eigenen psychischen Ausdruck und seine eigenen psychopathologischen Probleme. Wir wissen nicht, ob sich das Es mit dem Alter und den kulturellen Einflüssen ändert. Die Tatsache, daß das Es seinem Inhalt, seiner Dynamik und seiner Struktur nach bei den primitiven australischen Eingeborenen und bei ganz hoch zivilisierten Menschen durchaus ähnlich zu sein scheint, ließe sich durch die Hypothese erklären, das Es bleibe möglicherweise auf allen Alters- und Kulturstufen dasselbe und die Unterschiede, die sich in der Psychologie der verschiedenen Altersstufen zeigen, seien nicht im Es,