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Psychoanalytisch orientierte Lehrer haben in den letzten Jahren oftmals Gelegenheit gehabt, die Lern- und Erziehungsschwierigkeiten, welche Kinder mit neurotischen Störungen im Elternhaus und in der Schule zeigten, mit Kinderanalytikern eingehend durchzubesprechen. Inzwischen bereits revidierten Erwartungen entsprechend hoffte man früher, mit den psychoanalytischen Kenntnissen ausgerüstet, direkt in schwierige Situationen des Kindes eingreifen und sie beheben zu können. Es zeigte sich zwar, daß unter günstigen Umständen und bei geschicktem Vorgehen wichtige affektive Grundlagen der Störung erfaßt wurden und eine günstige Beziehung zum Kind hergestellt werden konnte, daß aber die weiteren Schritte, die zur Behebung der Störung führen sollten, nur sehr selten gemacht werden konnten. Die Schulsituation erlaubt es nicht, daß der Lehrer seiner Einsicht entsprechend durch Deutungen dem Kinde das mitteilt, was er im affektiven Rapport mit ihm erfahren hat; schwere Konflikte müssen als in der Schulsituation unlösbar bestehen bleiben.
Ein anderer positiver Weg, der sich uns eröffnete, führte dann zu einer psychoanalytisch-therapeutischen Kur in Form der Kinderanalyse. Diese kann aus den angedeuteten Gründen vom Lehrer, selbst wenn er therapeutisch ausgebildet wäre, nicht selbst durchgeführt werden; für die Arbeit mit dem Kinde in der Schule bedarf es einer gleichmäßigen, affektiv nicht sehr wechselnden Beziehung innerhalb des Unterrichts. Der Lehrer kann nur die Bemühungen um eine solche Behandlung unterstützen. Ist das erreicht, dann hat er die Aufgabe, sein Verhalten Eltern und Kindern gegenüber so einzurichten, daß Schule und Kinderanalyse im Interesse des kranken Kindes sich möglichst ergänzen und nicht einander stören.
Die dritte und vielleicht wichtigste Aufgabe des psychoanalytisch orientierten Lehrers ist wohl in der Gestaltung der Unterrichtseinteilung und der didaktischen Arbeit selbst zu sehen; sie muß den kindlichen Bedürfnissen soweit angepaßt sein, daß einige Ler