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Es ist gewöhnlich nicht üblich, einer Buchbesprechung eine Entgegnung folgen zu lassen. Ich würde eine solche auch unterlassen haben, wenn die Aufnahme der Beurteilung meines „Psychodiagnostischen Praktikums” durch W. Marseille in der letzten Nummer dieser Zeitschrift nicht leicht mißverstanden werden könnte.
Der Kernpunkt der Kritik ist die Behauptung, die Rorschachsche Arbeit sei auf dem Boden der Psychoanalyse gewachsen und müsse auch von hier aus zur Darstellung gebracht werden, während mein Praktikum „diesen nicht nur historisch, sondern vor allem sachlich bedeutsamen Zusammenhang gänzlich vermissen lasse”. Demgegenüber muß festgehalten werden, daß es die Verfahren der experimentellen Psychologie waren, nach denen Rorschach seine Methodik aufbaute, seine Teste eichte und die Versuchsergebnisse verarbeitete. In meiner Einführung wählte ich den gleichen Weg des Aufbaues zu einem Praktikum, wie ich es als Seminarübungen mit meinen Studenten der Psychologie und Pädagogik, ihnen angepaßt, durchführte. Wenn man Rorschachs Diagnostik durchgeht, wird man feststellen können, daß die Terminologie, soweit sie nicht eine eigene ist, der experimentellen Psychologie und der Psychiatrie Bleulers entstammt, sich auch an Jung anlehnt (introversive und extratensive Einstellung).
Das psychologische Denken geht auf Anregungen der experimentellen Psychologie und der Psychoanalyse zurück. Der Anstoß zu den Forschungen kam nicht von einer analytischen Fragestellung. Ich lese in einem Brief Rorschachs aus dem Jahre 1921: „Ausgegangen ist der Versuch eigentlich von Untersuchungen über Reflexhalluzinationen. Daß die ganze psychiatrische Auffassung und die psychologische Denkweise auf die Einflüsse Bleulers und seiner Schriften zurückgeht, ist natürlich richtig.”
Der Psychoanalyse widmet Rorschach in seiner Psychodiagnostik zwei Seiten und betont dort den diagnostischen Wert seines Versuchs für den Analytiker, bemerkt aber weiter: „Komplexdeutungen, die unbewußte, verdrängten affektgeladene