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Soeben erschien in 2. erweiterter Auflage Dr. Heinrich Mengs Buch „Strafen und Erziehen”, dessen „Nachwort” wir hier mit Genehmigung des Verlages Hans Huber, Bern, zum Abdruck bringen. Im Vorwort zur zweiten Auflage schreibt der Verfasser zu diesem „Forderung und Ratschlag” überschriebenen XI. Kapitel folgende erläuternde Bemerkungen: „Der Autor wollte keine Ratschläge geben, sondern berechtigte Forderungen erheben und damit die Leser anregen, selbst praktische Folgerungen zu ziehen. Das ‚Nachwort’ enthält nun in kurzer Zusammenfassung einige der wichtigsten Gesichtspunkte und Vorschläge zum Erziehungsgebrauch. Ihm liegen zum Teil Gedanken zugrunde, welche der Autor in seinem vom Zürcher Schulamt veranstalteten Vortrag ‚Strafen und Erziehen’, auch in seinem Referat ‚Zwang und Strafe als Problem der seelischen Hygiene’ vor dem ‚III. Europäischen Kongreß für Geistige Hygiene’ näher ausführte. Die ‚Psychische Hygiene’, der dieses Buch gewidmet ist, gewinnt immer mehr an Bedeutung. So hat die Universität Basel im Frühjahr 1937 ein Lektorat für diese Disziplin errichtet, auch in anderen Universitäten werden Vorlesungen durchgeführt oder sind geplant. Unsere Hoffnung als Lehrer der Psychohygiene ist, daß die Verbreitung der wissenschaftlich begründeten und praktisch erprobten Erkenntnisse über seelischen Gesundheitsschutz der Gesundung des einzelnen und der Massen dienen und die Vorurteile wirksam bekämpfen möge, die in Aberglauben, mangelndem Wissen und schlechter Gewohnheit verwurzelt sind. Im Mittelpunkt der Psychischen Hygiene scheint uns das Problem der Vorbeugung der Neurose und der Massenpsychose zu stehen, als Frage menschlicher Lebensmöglichkeit überhaupt.”
Noch gibt es Viele, für die Erziehen und Strafen ein und dasselbe bedeuten. Wir erkennen nicht jene Strafeingriffe als Erziehungshilfe an, die aus Ärger, eigentlich aus Rache oder nervöser Überreiztheit vorgenommen werden. Der Erzieher übt sie oft unter Aufgabe der Selbstbeherrschung aus und macht damit das Kin