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Unter dem Titel „Psychanalyse Infantile, Symbolisme et Valeur Clinique des Créations Imaginatives chez l'Enfant” („Kinderanalyse, Symbolik und klinische Bedeutung der Phantasieschöpfungen der Kinder”) veröffentlichte soeben Frau Dr. Morgenstern eine Monographie in französischer Sprache (Les Editions Denoël, Paris); ihre Untersuchung der Phantasieschöpfungen der Kinder stützt sich auf eine elfjährige Erfahrung im Laboratoriumsdienst und im psychoanalytischen Ambulatorium der Nebenklinik für Kinderneurologie und -psychiatrie in Paris. Der Chef der Klinik, Prof. Dr. Georges Heuyer, schrieb hiezu ein instruktives Vorwort. Mit freundlicher Zustimmung der Autorin und des Verlages Denoël veröffentlichen wir das II. und III. Kapitel des Buches; sie beschäftigen sich mit dem Traumleben und den Märchenschöpfungen der Kinder. Deutsche Übertragung: von S. Feitelberg.
Der Tagtraum ist ein psychischer Vorgang, dessen Ausgangspunkt, im Bewußten liegt, der aber seine Entstehung den Affektbedürfnissen des Individuums verdankt. Dieses affektive Element beherrscht. schrankenlos den Traum. Die Struktur des Traumes ist uns bekannt: wir unterscheiden die manifeste Fassade, den wichtigeren latenten Inhalt, den die Zensur im Unbewußten zu bleiben zwingt, und schließlich das Vorbewußte als Verbindungsglied zwischen den beiden.
Freud hat uns gezeigt, daß es neben der sichtbaren psychischen, Welt noch eine unvergleichbar größere Welt gibt, die unsichtbar, ins, Unbewußte verdrängt ist und die einen starken Einfluß auf unser ganzes Tun ausübt. Im Traum wacht die Zensur darüber, daß die Schranke zwischen dem manifesten Trauminhalt und dem Vorbewußten von dem im Unbewußten eingeschlossenen Material nicht überschritten werde. Aber auch im Traum gibt es stets Mittel und Wege, die Zollwächter zu hintergehen: das verdrängte Material erscheint unter einer mehr oder minder durchsichtigen Verkleidung im manifesten Trauminhalt.
In den Träumen der Kinder ist die Zensur weniger streng, und d